Weihnachtsfeier

Eines gleich vorweg – an den Nähten des Kleinen Schwarzen liegt es nicht, dass DWM die Weihnachtsfeier sofrüh verlässt. Auch wird sie diesmal kaum Gesprächsstoff für die montägliche Nach-Lästerei liefern können, weil nicht vielen Leuten aufgefallen sein wird, dass sie überhaupt da war. Es ist in vielerlei Hinsicht eine etwas andere Weihnachtsfeier und nur deshalb kann sie heute überhaupt davon berichten, denn üblicherweise verbringt sie den Tag danach schwer leidend im Bett.

Schon der anfängliche Glühweinempfang wird wegen Regenwetters – seit DWMs Erinnerungen die erste Weihnachtsfeier ohne Schnee –  nach drinnen verlegt, wo niemanden nach dem heißen Gebräu gelüstet und statt dessen gleich das Rennen um die besten Plätze eröffnet wird. Nachdem die Damen ihre Mäntel von den bloßen Schultern gleiten lassen, macht sich bei DWM Erleichterung breit – diesmal liegt sie mit dem kleinen Schwarzen voll im Trend. Es kann doch kein Zufall sein, dass es bei jeder Weihnachtsfeier einen vorherrschenden Kleidungsstil gibt – wird das verabredet und DWM hat es nur noch nicht mitgekriegt?

BigBoss‘ Rede ist so kurz wie nie und kein einziges „gewaltig“ kann DWM zählen, während es in den früheren Jahren zweimal in jedem Satz aufgetaucht ist. QuietBoss kommt gar nicht erst zu Wort. Das Essen schmeckt wenigstens wie jedes Jahr, aber weil DWM einmal mit den Rauchern vor das Haus geht und inzwischen die Hauptspeise serviert wird, muss sie ihr Steak leider als Carpaccio genießen – klein genug ist es ja.

Vor der Nachspeise eine weitere Neuerung: ein Kabarrettist versucht sich mit weihnachtskritischen Scherzen, zum Teil sogar recht erfolgreich. BigBoss hatte die Überraschung in seiner Rede angekündigt – vielleicht ein Trost, falls wir sonst nichts zu lachen haben? Als der Kleinkunstvertreter sich über die Damen lustig macht, die zur Vorbereitung zum Friseur gehen und für 180 € einen abgehobenen Klobesen auf dem Kopf tragen, fühlt DWM sich nur bezüglich des Preises nicht ertappt. Trotzdem ist die Darbietung eine willkommene Abwechslung, weil sie DWM für eine knappe Stunde von der Unterhaltungspflicht mit dem Tischnachbarn entbindet.

Noch vor dem Dessert erspäht sie einen freien Platz am Tisch ihrer ehemaligen Kollegen. Das Spiel an der Bar „wo steht ein wichtiger Typ, an den ich mich ranschmeißen kann“ ist bereits eröffnet und so ist der Platz des Leiters frei. DWM schnappt ihr Weinglas und setzt sich zu den Kollegen unterster Rangordnung. Sie freut sich, dieses Spiel heuer nicht mehr mitspielen zu müssen und genießt die Unterhaltung mit den Kollegen. Als das Dessert serviert wird, hat BigBoss bereits mit den Blondinen seiner Wahl das Karaoke-Mikrofon ergriffen (Am Vorstandstisch wird selbstverständlich als erstes gegessen). Nach einer dreiviertel Stunde verkündet ein Kollege, Gerüchten zufolge führe bereits der erste Bus. DWM hat so wenig Alkohol konsumert wie nie zuvor bei solchen Anlässen, denn nur die zwangslustige Positionierung im oben genannten Spiel (Annäherungsversuche verheirateter Familienväter inbegriffen) ist nüchtern schwer zu ertragen, für eine nette Unterhaltung muss DWM sich nicht dopen. Somit ist sie auch erstmals in der Lage, ihre Handtasche und ihren Mantel sofort zu finden und pünktlich im Bus zu sitzen.

Gemeinsam mit einem Kollegen, der in den letzten Jahren ebenfalls immer bis zum bitteren Ende fährt sie in die Stadt zurück. Dieses Jahr ist eben vieles anders. Dort freut sie sich über die große Auswahl an Taxis statt sich wie sonst mit anderen Nachtschwärmern um einen freien Wagen zu prügeln und steigt in das letzte in der Schlange, damit sie nicht im Regen bis ans Kopfende gehe muss. Der Fahrer weist sie ebenso unhöflich wie bestimmt darauf hin, dass dass sie das erste nehmen müsse und DWM steigt widerwillig aus. Was hat man davon, dass es diese Regel nicht gibt, wenn man dann nicht gefahren wird?

Wie immer kriegt es dann der ab, der nichts dafür kann, als DWM den Fahrer des ersten Taxis anschnauzt: „Sind Sie denn jetzt wenigstens für mich zuständig?“ Das wird DWMs erste Taxifahrt, auf der dem Fahrer kein einziges Wort entfleucht, vielleicht sollte sie diese Strategie öfters anwenden? Trotzdem wird die Fahrt auch nicht teurer als sonst, aber eigentlich trotzdem eine Verschwendung, denn DWM fühlt sich so nüchtern, dass sie auch noch fahren hätte können. Aber als brave Teilnehmerin des Straßenverkehrs weiss sie, dass die gefühte Fahrtauglichkeit oft nicht mit der tatsächlichen korreliert.

Um ein Uhr ist DWM bereits zu Hause, während sie sonst nach den Feierlichkeitken die Familie meist beim Frühstück angetroffen hatte. DWM freut sich auf einen gewonnen Sonntag mit der Familie, den sie eigentlich schon abgeschrieben hatte.

Advertisements

Weihnachtsfeier – Vorbereitungen

Alle Jahre wieder flattert im Büro ein Zettel auf den Schreibtisch. DWM bekommt so selten s-Mail, dass es eigentlich nur eines sein kann: die Einladung zur Weihnachtsfeier. Wegen der besonderen Bedeutung derselben hat die Anmeldung schriftlich mit Originalunterschrift zu erfolgen. Da müssen gleich einige Grundsatzentscheidungen getroffen werden:

1. Hingehen oder nicht? Letzteres geht nur mit wirklich guter Ausrede und hat DWM auch erst einmal wegen kranker Kinder gewagt. Jetzt ist DSB zwar immer noch nicht gesund, in dem Alter aber in der Lage, einen Abend ohne seine Mama zuzubringen.

2. Bustransfer ja oder nein? Diese Feier findet nicht etwa so verkehrsgünstig statt, dass man mit einem Taxi jederzeit flüchten könnte, nein, die Belegschaft wird an einen einsamen Ort gekarrt und muss dort so lange ausharren, bis sie wieder zurückgekarrt wird. Die Alternative wäre die Anreise mit dem PKW, was für DWM jedoch völlig ausscheidet. Diese Veranstaltung ist nur mit einem gewisse Alkoholpegel zu ertragen und das verträgt sich wiederum nicht miit Autofahren.

3. Die Menüwahl nimmt auch einige Zeit in Anspruch, denn weder DWM noch Newcomer sind in der Lage, die Speisekarte zu verstehen und müssen somit die Gerichte googlen. DWM würde es zwar vorziehen, in einem Lokal zu speisen, in dem Kartoffeln auch als solche bezeichnet werden und nicht als „Pommes rissolees“ und das auch noch mit Schreibfehler, aber BigBoss besteht jedes Jahr darauf, die Feier in seinem Golfclub zu veranstalten und wie heißt es so schön? Wer zahlt, bestimmt die Musik.

Der eigentliche Tag der Feier bricht schon mal mit Hektik an, denn wegen DSBs Krankheit hat DWM es die ganze Woche nicht zum Friseur geschafft. Das unterscheidet sich zwar auch nicht von den letzten zwölf Wochen, aber unter diesem Druck schafft DWM es wenigstens, diesem Notstand abzuhelfen.Wolf Haas würde dazu sagen „Letzter Friseurbesuch sicher noch mt Kohlenstoffmethode eruierbar.“  Friseur kommt in DWMs MostHated-Liste noch vor Shopping.

Wenigstens das Kleiderproblem glaubte DWM diesmal bereits im Sommer gelöst zu haben. Anlässlich einer Familienfeier hat sie sich mit tatkräftiger Unterstützung ihrer beiden Männer der Shoppingtortur unterzogen und ein kleines Schwarzes erstanden. Nicht bedenkend, dass sie zur Weihnachtsfeier leider wieder ihre Winterfigur tragen wird. Wird es passen oder nicht? Zeimal hat DWM es bereits probiert, aber das letzte mal ist schon eine Woche her und DSBs Krankheit hat das Problem der Untersportung noch verschärft. Mit DWD als unparteiische Jury probiert DWM das Kleid, das am Rock nur ganz wenig kneift.

Morgen wird sie berichten, ob die Nähte der Belastung standgehalten haben, oder ob DWM dieses Jahr einen Platz in den vorderen Rängen der Klatschhitliste erzielt hat.