Und was machen wir dann da?

Und wieder mal ist es soweit. Anstatt sich den üblichen Osterbräuchen zu widmen, packt DWM die sieben (naja, oder vielleicht auch ein wenig mehr) Sachen der Desperates, um in den Urlaub zu fliegen. Jetzt kann der geneigte Leser einwenden, DWM jammere wieder mal auf hohem Niveau und damit hat er nicht mal so unrecht.

Die Brainstormingphase war klassisch abgelaufen. DWM, die gern auch ein wenig mehr von der Welt sehen möchte, als eine schaukelnde Nussschale vor einem zugegebenermaßen ansprechenden, aber mittlerweile eben gut bekannten Küstenabschnitt hatte verschiedene Vorschläge gemacht. Städtetrips, eine Reise nach England oder nach Andalusien, jeglicher Vorschlag wurde quittiert mit einem

„Und was machen wir dann da?“

DesperateWorkingDad hatte sich brav zurückgehalten, um sich vom Verdacht, er wolle den von ihm prinzipiell immer favorisierten Segelurlaub durchsetzen, von vornherein reinzuwaschen. Selbst die Variante der eierlegenden Wollmilchsau fand diesmal keinen Anklang und daran waren die jüngsten Ereignisse nicht unschuldig. Vor zwei Jahren hatten sich die Desperates auf Kreuzfahrt begeben, sodass DWM ihre Städte besichtigen, DWD sein Bootsfeeling genießen und die Kinder die Gesellschaft Gleichaltriger genießen können.

Im letzten Osterurlaub hatten die Desperates statt der schwimmenden Variante den Cluburlaub an Land gewählt. Die Eltern waren froh gewesen, dass auch der Nachwuchs nicht überzeugt war von dieser Bespaßungsform in der Ferienvollzugsanstalt. Am besten hatte den Desperates der Strand gefallen, und das hätte man auch billiger haben können.

Plötzlich steht erstmals der Vorschlag im Raum, das übliche Sommerdomizil „Segelboot in Fethiye“ auch zu Ostern aufzusuchen. Jetzt kann DWM kontern mit der Frage

„Und was machen wir da?“

Zum Baden ist es viel zu kalt, mit Wandern kann man die Kinder nicht mal in der dafür berühmten Heimat hinter dem Ofen hervorlocken und die Mühen des Fahrradtransportes per Flieger hat DWM schon vor dreizehn Jahren eingetauscht gegen die Mühen des Kindertransportes (auch wenn ihre halbwüchsigen Kinder sich mittlerweile einigermaßen selbstständig transportieren). Warum sollte sie ihren Haushalt unter erschwerten Bedingungen (KEINE Geschirrspülmaschine) auf See führen, wenn sie statt dessen ein bequemes Hotel beziehen kann? Warum sollte sie zum keine-Ahnung-wievielten-Mal in dieselbe Gegend fahren, wenn sie den Großteil der Welt noch nicht gesehen hat? DWD hat sogar Verständnis für die Argumente seiner Frau und schlägt ihr eine getrennte Reise mit einer Freundin vor. Leider verfügt DWM über nicht gerade viele Freundinnen, und die wenigen verfügen wiederum entweder nicht über Zeit oder Geld oder beides für solcherlei Problemchen. Außerdem breitet sich in DWM wieder mal die Endzeitwehmut aus: Die Anzahl der Familienurlaube ist mittlerweile schon absehbar, warum also den Kindern nicht den Gefallen tun (und dem alten Seebären DWD somit auch)? Obwohl DWM schon ein wenig erstaunt darüber ist, dass die Kinder so wenig Bedürfnis verspüren, etwas mehr von der Welt zu entdecken. Was ist aus den Kosmopoliten geworden, die sie heranziehen wollte? Sie essen bei McDonalds und freuen sich jedes Jahr auf das selbe Urlaubsziel. DWM beschließt sich  mitzufreuen. Sonne, Meer, schöne Landschaft, freundliche Menschen, gutes Essen, was will man mehr?

Auf eine Ostertradition wird dann doch noch bestanden. Trotz des Nahrungsmittelimportverbotes werden gefärbte Eier im Koffer verstaut. Falls diese am Zoll entdeckt werden, müssen die Desperates sie sofort alle aufessen, um die Entsorgungskosten zu sparen.

In diesem Sinne – Frohe Ostern!

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