Veränderungen oder die Nachteile der Geschwisterliebe

Jetzt ist es also wieder mal so weit. Endlich kann DWM wieder auf so hohem Niveau jammern, dass sie ihre digitale Umgebung daran teilhaben lassen kann. Wobei sie sich schon fragt, warum gerade ihr das zweimal passieren muss. Nein, die Rede ist hier nicht davon, warum sie zweimal von einer Nebenbeziehung überrascht wurde, DWM weiss ganz genau, dass sie diesen Umstand ihrer beinahe grenzenlosen Naivität zu verdanken hat. Diesmal handelt es sich um Umstände, für die DWM höchstens genetischer Natur verantwortlich ist. Wenn überhaupt.

Der aufmerksame Leser dieses Blogs wird schon bemerkt haben, dass DSB – noch mehr als der Rest der Desperates – ein besonderes Naheverhältnis zum Sport hegt. Sehr zum Wohlgefallen von DWM hat er diese Leidenschaft bisher aus Spaß an der Freud gepflegt, denn seit DSGs kurzer aber intensiver Skirennkarriere weiss sie, was es bedeutet, einen Sportler in der Familie zu haben:
– Urlaube werden auf Gletschertrainingslagern verbracht
– verbleibende finanzielle Ressourcen werden in Rennmaterial angelegt
– für mangelnde Pflege desselbigen hagelt es Rügen von den Trainern , daher: nach Absolvieren mehrerer Seminare werden die ohnehin kurzen Nächte vor den Rennen mit Wachs und Kantenschleifer verbracht
– falls sich trotzdem kein Erfolg einstellt, muss die ensprechende Laune abgewettert werden
– falls sich der Erfolg einstellt, muss man bis zur Siegerehrung bleiben und der Rest des Tages ist auch gelaufen.
– an den Wochenenden Tagwache um 5:30, Aufbruch ins Skigebiet, Startnummernausgabe, Warten, Streckenbesichtigung, Warten, Rennen, Zittern auf die Ergebnisse bei Temperaturen um minus 20 Grad
– Stammgast in der Unfallklinik

Glücklicherweise befand DSG nach ein paar Jahren dieses Leben selbst für zu eindimensional. Nach einer Phase der Planlosigkeit (was machen normale Familien an den Wochenden und im Urlaub?) stellte sich also ein mehr oder weniger harmonisches Familienleben ein.

Manche der oben angeführten Einschränkungen rührten daher, dass DSG damals noch zu jung war, um ohne elterliche Begleitung auf Reisen zu gehen. Das wenigstens wird diesmal anders sein. Womit DWM also endlich beim eigentlichen Thema angelangt wäre: Nachdem DSB bisher seine halsbrecherischen Manöver auf dem Snowboard (ich mache den Backflip nur in ganz frischem Powder, versprochen Mama! – DWM konnte sich auf youtoube vom Gegenteil überzeugen) just for fun vollführte, bat er vergangenen Winter darum, erstmals an einem Contest teilnehmen zu dürfen. DWM war skeptisch, sah sie doch wie immer einen Berg von potenziellen Problemen auf sich zukommen. Womit sie natürlich wieder einmal Recht behalten sollte. Unerwarteterweise ergriff DSG für ihren Bruder Partei (nicht bedenkend, dass auch sie von den Folgeproblemen betroffen sein würde): „Mama, das ist unfair! Mir hast du es damals auch ermöglicht.“ DWM, wie immer um höchstmögliche Gerechtigkeit bemüht, faehrt ihren Sohn also persönlich zum Snowpark und unterschreibt das Haftungsausschließungsformular.

Als DSB strahlend den hölzernen Pokal entgegennimmt, ist DWM in erster Linie froh, dass er aus eigener Kraft das Podest erklommen hat, statt im Warteraum der Unfallklinik herumzulungern. Als kurz darauf eine Einladung des bayerischen Snowboardverbandes zu einem Talentsichtungswochenende in der Mailbox landet, weiss DWM: sie hat wieder einmal recht behalten mit ihren Bedenken. Jetzt ist es aber zu spät, denn ihren Sohn nicht mitfahren zu lassen, würde die Probleme höchstens aufschieben oder vielleicht in anderer Form nach sich ziehen. Es kommt wie es kommen muss, DSB wird für talentiert befunden. Da er jedoch nicht so der schulische Überflieger ist, wird sich das mit einem normalen Besuch seiner jetzigen Schule nicht vereinbaren lassen. Ein Wechsel an das nahegelegene Ski- und Snowboardgymnasium wird angedacht. Jetzt sieht auch DSG die Geister, die sie rief: „Ich will nicht, dass DSB weggeht. Dann sind wir keine richtigen Geschwister mehr. Ich will kein Einzelkind sein!“ Weinend verlässt sie das gemeinsame Mittagsmahl. Die beiden hatten schon immer ein enges Verhältnis, das sich durch die Turbulenzen im letzten Jahr noch verstärkt hat. In drei Jahren macht DSG Abi, bald werden sie ihre eigenen Wege gehen. Aber eben bald und nicht jetzt. DWM ist unendlich traurig, sieht sie sich doch außerstande, dieses Problem zu lösen. Sie kann ihre Tochter gut verstehen, hat sie doch selbst genug Probleme mit der Abnabelung. Andererseits kann sie schlecht von ihrem Sohn verlangen, auf diese Chance seiner Schwester zuliebe zu verzichten. DWM, berühmt für schlechtes Gewissen für alle möglichen und unmöglichen Ursachen, findet die Schuld bei sich selbst: sie hat zu wenige Kinder bekommen! Wenn einer weggeht, bleibt kein Geschwisterkind mehr für DSG.

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Alte Leidenschaft

Kennt ihr das auch? Es gibt Dinge, die man früher WAHNSINNIG gern getan hat, die man aus Familiengründen/Zeitgründen/sonstigen Gründen auf Eis gelegt hat und von denen man überzeugt war, dass man sie wieder machen würde, sobald diese Hinderungsgründe beseitigt sind. Anfangs vermisst man sie ganz doll, die Jahre ziehn ins Land, ab und zu wird man erinnert, dass es diese alten Leidenschaften ja auch noch gab, man erneuert vielleicht das Versprechen an sich selbst, es wieder zu tun, holt sich den einen oder anderen Prospekt ins Haus, aber immer spricht etwas dagegen oder kommt etwas dazwischen. Wieder ziehen Jahre ins Land und inzwischen ist man sich vielleicht gar nicht mehr so sicher, ob man das überhaupt noch will. Doch ganz tief drinnen grummelt es. Da ja schon so viele Jahre ins Land gezogen sind, ist der eine oder andere Hinderungsgrund vielleicht gar nicht mehr vorhanden, aber man hat es immer noch nicht gemacht. Warum eigentlich? Falls dafür bestimmte Fertigkeiten erforderlich sind, geht man jetzt davon aus, dass man es wahrscheinlich gar nicht mehr machen kann. Oder man hat vielleicht nicht mehr die körperlichen Voraussetzungen dafür. Oder beginnt man vielleicht langsam Ausreden zu suchen, um es gar nicht machen zu müssen? Oder ist es vielleicht wirklich nicht mehr so wichtig?

Genug der Theorie und des Wörtchens „man“, das DWM eigentlich gar nicht mag. Schließlich geht es hier um sie und um ihre alte Leidenschaft. Während der letzten beiden Studienjahre hatte sie es etwas langsamer angehen lassen und der Leidenschaft des Windsurfens gefrönt. Zwischen Sponsion und Festanstellung hatte sie eine Woche Zeit, die sie spontan mit einer Woche Surfurlaub auf Teneriffa verbringen wollte. Dort saß sie jeden Tag am Strand und wartete auf Wind (ein altes Surferleiden) und lernte stattdessen DWD kennen, der ebenfalls auf Wind wartete. Paradoxerweise hatte sie wegen ihm dann die Surferei aufgegeben, erst zog sie in eine andere Stadt, dann kamen die Kinder und dann die Ausreden. Zwischendurch gab es immer wieder ein paar zögerliche Versuche, vor ein paar Jahren hat DWM sich sogar wieder Material zugelegt, aber immer sprach irgend etwas dagegen.

So richtig bewusst ist ihr das aber erst während DWDs Segelreise geworden. Warum kann er seine Leidenschaften über Jahre konservieren und dann bei einer passenden Gelegenheit wieder auspacken? Er lässt sich weder von scheinbaren Zwängen (DWM war durchaus in der Lage, die Familie eine Woche allein zu schmeißen), noch vom „ach, ich kann das eigentlich gar nicht mehr“ (Gerüchten nach zu urteilen hat er an Bord nicht immer alles richtig gemacht) oder von den körperlichen Strapazen (anders als DWM stemmt er aber im Keller sehr konsequent seine Hanteln) abhalten.

DWD wäre aber nicht DWD, wenn er die Ausreden seiner Frau so einfach gelten lassen würde. Er kennt sie in manchen Dingen besser als sie sich selbst. Und so hat er für das Wochenende seiner Rückkehr netterweise Wind bestellt (der auch eingetroffen ist) und schönes Wetter. Das Wasser im nahegelegenen See ist zwar noch kalt, aber ein bisschen verwegen soll man sich schließlich auch vorkommen. DWD hilft ihr beim Aufriggen des Segels und als DWM sich endlich aufs Wasser wagt, kreuzt er mit seinem Segelboot immer in ihrer Nähe auf und ab, allzeit bereit, sie aus etwaiger Seenot zu befreien.

Am nächsten Tag ist DWM schwer muskelverkatert (vielleicht doch etwas mehr Training?) und erkältet (die fehlgeschlagenen Halsenversuche haben leider eine Notwasserung erforderlich gemacht), aber glücklich. Durch das in-die-Sonne-Blinzeln hat sie jetzt sicher noch ein paar Falten mehr, aber noch hat DWD seine Spritze nicht gezückt.

 

Woran DWM merkt, dass sie wirklich alt wird oder besteht doch noch Hoffnung für ihr inneres Kind?

Ja, DWM hat es tatsächlich geschafft, mit dem alten Fahrrad zu ihrer Tour aufzubrechen. Und auch daran gedacht, das Handy einzustecken, denn seit sie – wie gestern erwähnt – ihre handwerklichen Ambitionen gegen den Ehering eingetauscht hat – ja, ich höre euch in Entsetzen ausbrechen, aber DWM ist nun mal so furchtbar faul beschäftigt – ruft sie bei einer Panne einfach den technischen Service DWD, der sie dann abholt. Dazu muss man aber sagen dass DWM seit geraumer Zeit keine richtige Tour mehr gefahren ist sondern nur einstündige Ausfahrten am Abend. Heute aber hat sie ein konkretes Ziel, sie wird eine Runde fahren, die einige Jahre wegen diverser Arbeiten nach Lawinen- und Murenabgängen gesperrt war und mal gucken, ob die wieder offen ist. Sicherheitshalber trägt sie auch ihre Pulsuhr, so untrainiert nach dem langen Winter (In Wirklichkeit trägt sie die nur, um auf der ebenen Anfahrt nicht unter ihren Zielpuls zu kommen).

Schon auf der ersten Steigung stellt sich heraus: das ist irgendwie nicht mehr so wie früher. Komisch, obwohl sie doch mindestens zwei mal in diesem Winter auf ihrem Spinningrad gefahren ist, scheint die Kondition eher suboptimal zu sein. Dabei hat sie mindestens einmal die Woche die Tourenski oder das Snowboard den Berg hochgetschleppt. DWM kann die Augen nicht mehr verschließen vor dem Offensichtlichen. Sie wird alt und kann nicht mehr aus dem Stand und ohne Training Touren fahren. Am besten, sie schaltet die Pulsuhr gleich aus, um nicht ständig auf den unerfreulichen Umstand hingewiesen zu werden

Die Steigung zieht ich elendiglich lange hin und jetzt kommt der Zeitpunkt, an dem DWM merkt, dass sie WIRKLICH alt wird: Früher wäre es absolut ausgeschlossen gewesen, abzusteigen und zu schieben. DWM hat gebissen, den Puls jenseits der 200 getrieben und die Übelkeit hinuntergeschluckt. Selbst während der Schwangerschaft hat sie sich den Berg hochgequält, bis ihr die Clubkollegin gedroht hat, die Luft aus den Reifen zu lassen, wenn sie nicht sofort absteigt. Dazu muss man sagen, dass das Schieben in diesen Steigungen nicht nur die komfortablere, sondern meist auch schnellere Fortbewegung darstellt, aber das lag absolut unter DWMs Würde. Unvorstellbar, wenn jemand sie dabei gesehen hätte!

Und jetzt?  Die wenigen knackigen Mountainbiker, die DWM begegnen, wecken allenfalls noch mütterliche Gefühle in ihr und so löst sie mit Schwung ihren Schuh aus dem Clickpedal um das Fahrrad zu schieben. Dabei kann sie auch viel besser die grandiose Landschaft genießen (ein angehnehmer Aspekt des Altwerdens, wie DWM feststellt. Früher hätte sie auch in einer Halle biken können, die Kulisse war eher sekundär).

Mit dieser Mischung aus Schieben, langsamen Fahren und andächtiger Landschaftsbetrachtung zieht sich die Tour länger hin als gedacht und DWM ist froh, sich für das Mittagessen abgemeldet zu haben. Als sie nach schier endloser Zeit den Pass erreicht, breitet sich ein großes Schneefeld vor ihr aus. Jetzt wäre es das Vernünftigste, umzukehren und den gleichen Weg zurückzufahren, der nur von kleinen Schneeresten am Wegrand gesäumt war. Das wäre ein kleiner Umweg im Vergleich zur ursprünglichen Variante, aber DWM hat keinerlei Ahnung von der Ausdehnung der weißen Pracht vor ihr. Was, wenn die ganze Abfahrt verschneit ist? Nun bricht der kindliche Trotzkopf in DWM durch: sie hatte sich vorgenommen, die Tour als Runde zu fahren und genau das wird sie auch tun! Das ist sicher nur ein kleines Schneefeld und außerdem sieht man da Fußspuren und mit etwas Fantasie auch eine Fahrradspur daneben, da ist schon einer gegangen, der hätte das sicher nicht getan, wenn das so unsinnig wäre, nicht wahr?

DWM stapft durch den Firn, in den sie mal mehr, mal weniger einsinkt, zum Wasser, das von außen durch die Schuhe dringt, gesellt sich der von oben eindringende Schnee. Das Fahrrad neben ihr wirkt ziemlich deplaciert, sie wühnscht sich ihre Tourenski oder wenigstens das Snowboard herbei. An Umkehren verschwendet sie trotzdem keinen Gedanken. Schon bald beginnt eisige Kälte von den Füßen Richtung Beine zu ziehen, aber Kneippen ist doch sehr gesund, nicht wahr? Ach wie schön könnte sie im Tal jetzt den Sommer genießen, für heute waren 30 Grad prognostiziert! Nach einer halben Stunde unbequemen Abstiegs muss DWM sich eingestehen: das war keine gute Idee, aber jetzt umkehren und durch den tiefen Schnee mit dem Fahrrad wieder hinauf? Nein, immerhin hat sie sich durchgesetzt gegen sich selber und die Tour nach ihren Routenwünschen weitergeführt – wenn auch nicht ganz nach ihren Vorstellungen. Als sie in der Ferne die ersten Almhütten auftauchen sieht, traut sie ihren Augen nicht: mitten durch den Schnee wurde eine Schneise gepflügt! DWM jubelt innerlich über die Segnungen der Zivilisation und staunt über die Höhe der Schneewände, die sich manchmal bis zu zwei Meter links und rechts der gepflügten Straße erheben. Ganz vorsichtig rutscht sie auf der aufgeweichten dünnen Schneeschicht dahin und stellt fest: Radfahren ist wie Radfahren, man verlernt es nicht, auch wenn sie fünfzehn Jahre nicht im Schnee gefahen ist!

(Anmerkung der Redaktion: Da DWM sich immer noch nicht für ein Smartphone entscheiden konnte,überlässt sie die Illustrierung dieses Ausflugs der Fantasie des Lesers und kann leider nicht mit Fotos dienen).

Personal A*tritt gegen das Spaßprinzip

Nun versucht DWM ja – wie wahrscheinlich die meisten Menschen – so weit wie möglich nach dem Spaßprinzip zu leben. Da man von diesem Prinzip ohnehin große Abstriche machen muss, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, möchte sie es aber wenigstens in ihrer Freizeit ein wenig zum Zug kommen zu lassen. Eigentlich gehört die Sportfront ja gar nicht zur Freizeit, denn Bewegung ist erstens ein Instinkt so wie Essen und zweitens die Grundlage, um gesund genug für den Kampf an den anderen Fronten zu bleiben. Trotzdem kann DWM ihrem Bewegungsdrang nur nachgeben, wenn er auch Spaß macht. Für ein Stündchen Radfahren, Skitouren oder Wandern nimmt DWM organisationstechnische Meisterleistungen Kauf, packt morgens den Krempel ins Auto, zieht sich in der Tiefgarage um, um direkt nach der Arbeit ihre Untersportung beseitigen zu können. Leider ist das erstens etwas zeitaufwändig und zweitens von äußeren Bedingungen abhängig, was DWM immer wieder dazu veranlasst hat, sich in einem Fitnesstudio einzuschreiben. Anfangs läuft das auch immer ganz gut, DWM ist ganz begeistert, endlich „ihr“ Studio gefunden zu haben und trainiert auch brav ihren Mitgliedsbeitrag ab. Aber mit der Zeit findet sie immer mehr Haare in der Fitness-Suppe, die ihr bald so vergällt ist, dass sie knapp nach Ende der Kündigungsfrist das Handtuch wirft. Bei ihrem bisher letzten Versuch war es ihr nicht gestattet, die Spinningräder außerhalb der Kurse (bei einem Spinning-Kurs die Woche!!!!) zu benützen, was nach einem wütenden Mailverkehr mit dem Direktor DWMs Austritt zur Folge hatte. (Für den sie bei Bedarf sicher auch einen anderen Grund gefunden hätte). Vom gesparten Jahresbeitrag stellt sie sich ein Spinningrad in den Keller, das sie sicher auch schon drei oder vier mal benutzt hat. Von DWD bekommt sie ein paar Hanteln geschenkt (Nein, für DWM ist das nicht so schlimm, wie ein Bügeleisen geschenkt zu bekommen!), denn der ist ein Konsequenzbolzen und trainiert schon seit Jahren im Keller (mit anhaltendem Erfolg, wie DWM immer wieder gerne feststellt :-)). So gern DWM sonst ihrem Bewegungsdrang nachgibt, aber damit hat sie ein echtes Problem. Zu Hause ist immer irgendetwas anderes wichtiger, und wenn sie sich doch aufrafft, den Trainingsraum zu betreten, bleibt sie nach dem Aufwärmen bei fetziger Musik auf dem Spinningrad sitzen – Ausdauertraining ist selbst indoor um so viel angenehmer als die x-te Wiederholung einer todlangweiligen Übung.

Leider kommt DWM langsam in ein Alter, in dem ein Leben nach dem Spaßprinzip offensichtlich immer schwieriger wird, denn schön langsam vergällen ihr die Rückenschmerzen selbst die Freude an den Spaß-Sportarten. Lustlos surft sie im Internet die Fitness-Studios durch, bis sie zu dem erlösenden Schluss kommt:

„Ich brauche einen Personal Trainer!“

Wie schön, dass DWD immer mit einer alternativen Lösung parat ist:

„Du brauchst bloß einen Personal A*Tritt!“

Urlaub Tag 18 – zu alt (2)

Zur Abwechslung und weil es dort außer Gemüse nichts zu kaufen gibt, verbringen wir heute wieder einmal einen Tag in unsere geliebten Karacaören-Bucht. Für DSB heißt das: endlich wieder wakeboarden! DWM hat ihre Wehwehchen ausgeheilt und beschließt: heute will sie das auch versuchen! Den ersten Dämpfer bekommt sie vom sonst so netten Juniorchef des Restaurants und Watersport-Motorbootfahrer Can, der DSBs sportliches Talent bisher in den höchsten Tönen gelobt hat.

DWM: „Can I try it today?“

Can: (blickt DWM an, als hätte sie ihn gebeten, die ganze Segeljacht hinter seinem Motorboot herzuziehen) „You want to try it?“

DWM (ist an diesem Tag wild entschlossen, sich nicht verunsichern zu lassen): „Yes! You don´t think, I can do it?“

Can: (blickt immer noch so skeptisch, als müsse er seiner Urgroßmutter das Wakeboarden beibringen) „If you have talent, you can do it“

DWM klettert ins Motorboot und bewundert ihren Sohn gebührend, der bereits mit einer Hand fährt und die ersten Sprünge in der Hecksee wagt. Plötzlich bekommt sie eine Schwimmweste zugeworfen. Jetzt ist sie an der Reihe.

Can: „You have 6 try.“

DWM nimmt Can übel, dass er es ihr wohl von vornherein nicht zutraut. Nach dem sechsten Versuch ist Wasser in alle Körperöffnungen gedrungen und den Muskelkater in den Unterarmen beginnt sie jetzt schon zu spüren. Da sie beim letzten Versuch wenigstens beinahe aus dem Wasser gekommen wäre, versteigt Can sich zu der kühnen Behauptung: „If you have some training, you can do it.“

Na bitte! Woher sollte DSB sonst sein Talent haben?

Hast du Untersportung?

Da wir gerade einen so warmen Winter haben, wo wir nicht mal snowboarden können, weil es die ganze Zeit regnet (von anderen Outdoor-Sportarten ganz zu schweigen), ist DWM vielleicht nicht ganz so ausgeglichen wie sonst. Selbstverständlich würde sie das niemals ihre Familie spüren lassen.

Trotzdem fragt DSB sie heute: „Mama, hast du Untersportung?“

???????

„Das ist so ähnlich wie Unterzuckerung, nur viiiieel schlimmer. Ich hab das auch manchmal!“

Regieanweisung: DWM geht in den Keller und klaubt die Spinnweben von ihrem Spinning-Rad.

Was macht ihr so gegen den Lagerkoller?