Wie verhält man sich korrekt?

Nun ist es ja nicht so, dass DesperateSchoolGirl in Fethiye nur die Landschaft so toll findet. Oder am Bootfahren einen Narren gefressen hätte (Was DWD durchaus freuen würde, aber selbst er schätzt die Lage realistisch ein). Nein, während im letzten Sommer die Aussicht auf drei Wochen Segeltörn mit den uncoolen Eltern noch Anlass für DSGs Verzweiflung geboten hatte, kommt seit den Herbstferien nur mehr ein Urlaubsziel in Frage. Was kann einen solchen Sinneswandel in einer mittlerweile Dreizehnjährigen bewirken? Richtig. Und genau deswegen sitzt DWM jetzt des Nächtens im Salon am Netbook und pflegt ihren Blog, anstatt den Schlafmangel der letzten Nacht zu kompensieren. Obwohl DWM ja sonst immer gerne alle Möglichkeiten im Voraus in Erwägung zieht, hat diese Fähigkeit diesmal versagt. In der Hoffnung, mit dem eigenen Elternrumpf sich zu etwas mehr Privatsphäre zu verhelfen, hatte sie DWD den Katamaran schmackhaft gemacht. Nicht bedenkend, dass der Kinderrumpf ebensoviel Privatsphäre bietet J Und jetzt hockt sie im Salon und langweilt ihre Leser, nur weil sie sich nicht rechtzeitig auf diese Situation vorbereitet hat. Als der Jüngling an der Salontür geklopft hatte, wollte er nur schnell seine Jacke trocknen, die auf dem Weg vom Restaurant zum Hafen doch arg unter dem Regen gelitten hatte. (Er wohnt zwei Boote weiter, der Weg wäre auch mit der nassen Jacke durchaus noch bewältigbar gewesen). Das war vor zwei Stunden. Ab und zu übertönt Stimmengemurmel den Heizlüfter – das ist doch ein gutes Zeichen, oder? Wie soll DWM sich verhalten? Den Jüngling rausschmeißen? In die Kabine platzen mit der Nachricht, DesperateSchoolGirl müsse jetzt schlafen? Schlafen gehen, die „Kinder“ sich selbst überlassen und das Beste hoffen? Warten bis der Vater des Jünglings mit der Machete kommt und dem Vorwurf, DSG habe seinen Sohn verführt (zur Info für Blog-Insider: der Vater ist identisch mit Herrn Pi aus dem Sommerurlaubsblogpost)?

 DWM hat mal von einem Etiketteführer gehört, der Hilfestellungen gibt für Situationen, in denen man z.B. unerwarteterweise beim Frühstück auf ein derartiges neues Familienmitglied stößt. So weit ist es zwar (hoffentlich) noch nicht, aber beim nächsten Mal will sie schließlich besser vorbereitet sein!

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Pubertätsschübe

Ganz gegen ihre sonstige Gewohnheit hatte DWM sich schon in wohligem Optimismus gesuhlt, die Pubertätsschübe von DSG könnten vorbei sein. Seit dem Sommerurlaub in der Türkei – eifrige Leser können sich vielleicht noch an die „Pfirsichschlacht“ erinnern – benimmt DSG sich geradezu erwachsen und wie immer gewöhnt man sich an Verbesserungen recht schnell, man neigt sogar dazu, sie als Normalzustand zu betrachten. Mit einer zwölfjährigen im gemeinsamen Haushalt ist dieser Optimismus allerdings völlig unangebracht und deshalb wird DWM heute auch kalt erwischt. Weil das Erziehen eine nervtötende Angelegenheit sein kann und DSG ohnehinn immer weniger Wert auf die Gegenwart ihrer Mutter legt, ist sie dazu übergegangen, DSGs Zubettgehritual nicht mehr zu überwachen und sich statt dessen im Wohnzimmer bereits in den gemeinsam Abend mit DWD einzuschwingen. Gelegentliches Rumpeln aus dem Obergeschoß deutet manchmal auf den noch andauernden Wachzustand der Tochter hin, aber schließlich kann diese ja nicht wie ein Kleinkind um acht Uhr ins Bett gebracht werden. Sie wird schon wissen wie viel Schlaf sie braucht, solange die Leistungen in der Schule weiterhin top sind und weder Laune noch Augenringe auf chronischen Schlafentzug schließen lassen. Ohne ersichtlichen Grund befindet DWM aber das heutige Rumpeln als hinter der zeitlichen Schmerzgrenze befindlich und wagt einen Kommentar. An manchen Tagen hätte das schon für eine Auseinandersetzung gereicht, aber mittlerweile sieht DSG gnädig über solch elterliche Einmischung hinweg und betont, nur noch mal auf die Toilette gegangen zu sein. DWM will offensichtlich die versäumte Erziehungsarbeit der letzten Monate nachholen und steigt die Treppe hoch, um das heilige Reich des Mädchenzimmers zu betreten. Als wäre das noch nicht genug an Privatsphäre-Verletzung, beginnt sie auch noch das I-Phone von den Kabeln zu befreien und in die Hülle zu stecken. DWM kann es einfach nicht lassen, ihrer Tochter den eigenen Organisationsstil eines Morgenmuffels aufzwängen zu wollen: möglichst jeden Handgriff noch am Abend erledigen, damit man am morgen nur mehr die fertig gepackte Tasche schnappen muss.

DSG (freundlich) : „Das brauche ich noch.“

DWM: ???????

DSG: „Zum Musik-Hören.“

DWM (will die subjektiv versäumte Erziehungsarbeit der letzten Monate nachholen): „Nein, heute wird nicht mehr Musik gehört, dafür ist es viel zu spät.“

DSG: „§$%=)(/)&&$§%%=)((/)“ (verständlich für Eltern von Pubertierenden)

DWM lässt sich dermaßen provozieren, dass der anschließende Streit auch noch DSB aus dem Schlaf reißt und DSG garantiert später schlafen wird, als wenn sie noch ein wenig Musik gehört hätte.

Wie viel Freiheit ist angebracht, wieviel Erziehungsarbeit notwendig? Wie immer plagt DWM sich mit Vorwürfen und Selbstzweifeln und sehnt sich nach dem fehlenden Handbuch zur Kindererziehung, in dem konkrete Anweisungen für jedes Lebensalter zu finden wären, z. B.

Alter: 12 Jahre

Schlafenszeit: 21 Uhr

Eskalationsmechanismus bei Regelverletzung: Handyentzug

Jahresrückblick

Um diese Jahreszeit kommt auch DWM nicht umhin, sentimental auf den Lauf der Zeit zu blicken.

2011 war das Jahr in dem DSG erwachsen wurde und die körperlichen Veränderungen sind nur ein kleiner Teil dieser Entwicklung. Mit der Firmung hatte sie im Kreis der Familie und Verwandten Abschied von der Kindheit gefeiert und der Zeitpunkt war offensichtlich (von DSG selbst kurzentschlossenerweise) gut gewählt.

Zu Neujahr hatte sie gemeinsam mit DSB die müde DWM zu einem Skiausflug genötigt (DWD hatte wieder einmal einen der ungünstigsten Termine für einen Dienst ausgefasst) und heute ist DWM froh, sich damals den Wünschen der Kinder gebeugt zu haben, denn es war der letzte in dieser Form. Den Rest des Winters verbrachte sie nach einem Unfall beim Eiskunstlauf mit fixierter Schulter und danach beteiligte sie sich nur noch unwillig an Familienausflügen. Auch ihre Krankenhausaufenthalte nach dem Unfall bewältigte sie erstmals allein, DWM zog nicht so wie sonst (man merkt, die ungestüme DSG ist Stammgast in der Unfallklinik) als Begleitperson ins Krankenhaus.

Heuer feiert sie Sylvester erstmals mit einer Freundin statt mit der Familie und wird diese daher auch nicht auf den traditionellen Neujahrs-Skiausflug begleiten.

Die Schule ist zum Selbstläufer geworden (DWM muss ihre ehrgeizige Tochter manchmal sogar vom Lernen abhalten), das Zimmer wird ohne Aufforderung aufgeräumt und manchmal sogar gesaugt.  Im Sommer hat DSG sich zum ersten Mal verliebt.

Ohne die gelegentlichen Pubertätsschübe würde DWM glauben, mit einer Erwachsenen zusammenzuleben. Folglich muss DWM alt werden.

Der Zutritt ins Teenie-Zimmer bleibt meistens verwehrt, über die seltenen Einladungen (Mama, kommst du?) oder auch „Mama, bleibst du?“ nachdem DWM zum Wäsche-Einsammeln (eine der wenigen Handgriffe, die DSG nicht selbst auf die Reihe kriegt. Wahrscheinlich liegt es an DWMs Inkonsequenz, die lieber selbst die Wäsche einsammelt, als einen Pubertätsschub wegen akuten Sockenmangels zu ertragen) doch das Allerheiligste betreten hat, freut DWM sich immer.

Außerdem freut DWM sich jetzt, so viel Zeit mit ihren Kindern verbracht zu haben, wo sie doch häufig auf dem Sprung war, einen viel zeitaufwändigeren Job anzunehmen. Daraus wird sie lernen, diese Entscheidung weiterhin erfolgreich zu vertagen, bis auch DSB diese Schwelle überschritten hat.

Um das Danach versucht sie sich jetzt so wenig Gedanken wie möglich zu machen. Erstmal Weihnachtsfrieden angesagt.

Urlaub Tag 17 – zu alt (1)

Wie DWM vielleicht schon erwähnt hat, ist ein weibliches Leben ohne Shopping-Gen zwar prinzipiell möglich und auch recht sparsam, aber nicht immer einfach, speziell im Zusammenleben mit einer halbwüchsigen Tochter, der sie dieses Manko offensichtlich nicht vererbt hat. Als toleranter Mensch und immer um Gerechtigkeit bemüht, versucht DWM, das Urlaubsbudget nicht nur in Wakeboarding für DSB sondern auch in Bekleidung für DSG zu investieren. Trotz der Hitze versucht sie tapfer, ihre Tochter zu begleiten. Wenn DSG ihre Freude und Dankbarkeit ausdrückt, indem sie auf der Straße spontan nach DWMs Hand greift, ist diese glücklich, über ihren Schatten gesprungen zu sein. Heute macht sie die erstaunliche Erfahrung, dass diese Shopping-Ausflüge seitens DSG nicht ausschließlich einseitig gewünscht sind. DSG findet in einer netten Boutique eine weiße Tunika, die ihre Mutter unbedingt kaufen sollte.

DSG: „Mama, du musst dir unbedingt auch mal was kaufen!“

DWM: „Je weniger ich für mich kaufe, desto mehr Geld bleibt für dich, ist das nicht viel besser?“

DSG: „Du bist aber langsam zu alt für deine Boardshorts!“

Urlaub Tag 14 – Interessenskonflikte

DWM war immer stolz darauf, dass sie nicht wie andere Eltern den Kindern die eigenen Interessen aufzwingt. Sie durften Skifahren, Fußballspielen, Segeln, damit wieder aufhören und statt dessen Eiskunstlaufen, Snowboarden, Tennis spielen, obwohl DWM nur mit einem Teil dieser Sportarten etwas anfangen konnte. Auch im Urlaub ist der Nachwuchs nicht untätig, DSB hat Wakeboarden gelernt und DSG Wasserskifahren. (DWM ist durch ihr Ohr heuer leider gehandicapt und muss sich mit Kopf-über-Wasser-schwimmen begnügen – wie die alten Leute halt).

Heute ankern wir wieder in einer Bucht, wo Watersports angeboten wird und DSB hat bereits frühmorgens seinen Außenborder gestartet, um den Watersports-Menschen zu wecken. Nur DSG will sich nicht aus ihrer Hängematte erheben. Auf sanften Druck von DWM reagiert sie etwas unwirsch: „Warum kann ich nicht einfach mal meinen Urlaub genießen? Ich mach´ doch zu Hause genug Sport, warum soll ich mich hier hinter einem Motorboot herziehen lassen? Du findest nur immer alles toll, was DSG macht, mich hast du noch kein einziges Mal dafür gelobt, dass ich jede Woche 200 Seiten auf englisch lese.“

DWM, ganz Selbstkritik in Person, geht in sich. Kann es sein, dass sie von ihren Kindern erwartet, alles nachzuholen, was sie selbst in ihrer Kindheit nicht haben konnte? Dass sie ihre übersteigerte Angst vor Gewichtszunahme auch gleich ihrer Tochter implantieren und ihr einen Tag in der Hängematte vermiesen möchte?

Es ist nicht immer lustig, von einem kritischen Teenager täglich einen Spiegel vorgehalten zu bekommen (noch dazu auf eine nicht sehr einfühlsame Weise), aber es ist sehr lehrreich!

Urlaub Tag 7 – „Warum fragst du mich dann überhaupt?“ oder endlich beginnt die Storming-Phase im Teambildungsprozess der Crew

Unsere Vorräte neigen sich dem Ende zu, und langsam überkommt uns Sehnsucht nach unserem Heimathafen – oder vielleicht auch nur nach der gemütlichen Hafenkneipe, den luxuriösen, gekühlten Waschräumen und dem Internet? Egal, wir beschließen, dass die Buchten dort auch ganz schön sind und machen uns auf den Rückweg. Wie jedes Jahr wollen wir einen traditionellen Landfall in Griechenland machen, dieses Jahr sogar mit Mittagessen, weil die Kombüse heuer mit DWM definitiv unterbesetzt ist. Dummerweise hat DWM in ihrer Planungswut die ganze Crew von den Plänen informiert. Kurz vor Kastelhorizon wird das neu erworbene türkische Bettlaken gegen die griechische Gastflagge getauscht.

 

Je weiter wir ins Hafenbecken vordringen, desto mehr frischt der Wind auf. Hm, sollte das nicht umgekehrt sein? Aus Erfahrung wissen wir, dass der Anker hier schlecht hält, außer uns ist auch nur eine andere Yacht da, die sich zwischen zwei Fährbooten versteckt hat.

Als der Captain und DWM beschließen, dass diese Umstände kein gemütliches Mahl zulassen und wir lieber weiterfahren, bricht die erste Meuterei des Tages in der Crew aus. DSG hatte sich auf ein griechisches Mittagessen eingestellt und nimmt die Umplanung nur äußerst unwillig hin. Apropos Umplanung: Bis in die nächste Restaurantversorgte sichere Ankerbucht brauchen wir mit Festmachen eine Stunde, sollen wir das wagen oder soll DWM auf See ein Resteessen zaubern? Ein zweites Mal an diesem Tag macht sie den Fehler, die Crew in ihre Überlegungen einzuweihen, denn als der Captain beschließt, dass ihm dieser Umweg von 2-3 Stunden zu unserem Tagesziel zu viel sei, steigert sich die Meuterei zu einem wütenden „Warum fragst du mich denn überhaupt, wenn ihr sowieso macht, was ihr wollt?“ Der Captain widmet sich seinen seefahrerischen Aufgaben, (z. B. erneutes Umflaggen)

 

DWM verschwindet in der Kombüse. Nach dem Essen sind erstmal alle besänftigt, wir wagen es sogar, ein Stück unter Segeln zu fahren (und verraten der Crew nicht, dass wir dafür auch einen Umweg fahren müssen.) In der heutigen Bucht wird ausgiebig gebadet, nachdem DWM das Landleinenmanöver heute zum ersten mal wieder persönlich ausgeführt hat. Leider ist sie schon wieder gehandicapt, diesmal gleich doppelt. Heute morgen hat sie eine kaputte rechte Kontaktlinse aus dem Behälter gefischt und festgestellt, dass sie nur linke eingepackt hat (bei einem Unterschied von 2 Dioptrien nicht unerheblich). Außerdem hat sie sich wie jedes Jahr ihr Ohr verkühlt und darf den Kopf nicht unter Wasser tauchen. Ausgerüstet mit optischer Sonnenbrille und Neoprenstirnband (natürlich kann DSG dieses Badeoutfit nicht unkommentiert lassen, aber DWM gewöhnt sich langsam daran dass sie peinlich ist) schwimmt sie mit der Landleine zum nächstbesten Felsen und muss die Anlandung sehr gefühlvoll machen, weil sie nicht wie sonst vorher unter Wasser nach Seeigeln gucken kann.

 DSB meldet schon wieder großen Hunger, und bevor DWM ein weiteres Mal in der Kombüse verschwindet, macht sie den dritten (aber leider nicht letzten) entscheidenden Fehler des Tages: sie fragt DSG, ob sie denn auch schon Hunger habe, denn als diese verneint und DWM trotzdem zu kochen beginnt, ertönt ein weiteres wütendes „WARUM FRAGST DU MICH DENN ÜBERHAUPT?“ DWM flüchtet wieder in die Kombüse, der Captain bringt sicherheitshalber eine zweite Landleine aus. Nachdem die kulinarische Höchstleistung von Nudeln, und einer mit frischen Tomaten und Schinken gepimpten Fertigsauce vollbracht ist, bittet DWM mit den Tellern in der Hand, den Tisch rasch freizumachen, damit sie selbige dort abstellen kann. DSG räumt die Hälfte der Sachen ab und verkündet, den Rest müsse der Bruder machen. DWM mit den Tellern in der Hand wird wütend über so viel geschwisterliche Gerechtigkeit. Außerdem liest DSB gerade, ein Ereignis mit Seltenheitswert, das DWM nicht stören möchte, Gerechtigkeit hin oder her. Leider gelingt es ihr nicht, den Ärger zu unterdrücken (schon vorher musste sie sich von DSG vorwerfen lassen, wie unchillig sie trotz Urlaub sei und vielleicht ist da ja auch was Wahres dran) und ihr entfleucht etwas von „fauler Nudel“, was sich leider nicht auf das Abendessen beziehen ließ. Das war zuviel, denn jetzt kommt das, was DWM schon die ganze Zeit befürchtet hatte: DSG ließ endlich ihre Litanei vom Stapel, was für ein doofer Urlaub das doch sei und sie wollte ja sowieso nicht mitkommen. Auf Nudeln habe sie außerdem keinen Bock. Und verschwindet mit lautem Türenknall in ihrer Kajüte. DWM ist erstmal froh, heuer erstmals keine Gäste an Bord zu haben, und das nicht nur, weil DSG ihr eigenes Reich für effektvolle Abgänge und einsame Stunden hat. Dann geht sie in sich. In der Tat wird es immer schwieriger, eine Urlaubsgestaltung zu finden, die allen Spaß macht. Wenn nicht sogar unmöglich. Im letzten Urlaub haben wir den Kindern  zuliebe Cluburlaub gemacht. DWD hat sehr gelitten und DWM ein wenig (vor allem unter dem Urlaubsspeck, der bei Selbstverpflegung eher ausgeschlossen ist). Der Bootsurlaub war in erster Linie als Auslauf für den domestizierten Abenteurer DWD gedacht (dann darf er endlich Captain sein), aber DSB und DWM haben auch Spaß daran. Für DSG ist es definitiv zu einsam, zu heiß und zu langweilig. In den letzten Jahren ließ sie sich mit einem Koffer voller Bücher noch gut besänftigen, zweimal hatten wir auch eine Freundin dabei, aber es hat sich nicht wirklich bewährt, dem Captain diese zusätzliche Verantwortung aufzubürden. Heuer merkt man erstmals, wie erwachsen sie wird und dazu gehört auch, die Wege der Eltern in Frage zu stellen und eigene zu finden. Das beginnt schon mal damit, dass sie im Vorfeld maulte: „Warum müssen wir immer auf Urlaub fahren? Können wir nicht auch mal zu Hause bleiben?“ Leider ist DSG zu jung, um diesen eigenen Wege auch allein beschreiten zu können und bis dahin wird das Thema Urlaub ein Schwieriges im Hause der Desperates bleiben.

 Ist es nicht schön, wenn man solche Probleme hat und auf so hohem Niveau jammern kann?

des einen Freud, des andern Leid

Wie immer, wenn DesperateSchoolGirl von einer SleepOver-Party zurückkommt, zieren tiefe Augenringe ihr Gesicht. Eigentlich sollte es Quatsch-Over heißen, denn geschlafen wird wohl nicht viel. Die Auswirkungen dürfen wir dann genießen, denn DSG reagiert auf Schlafentzug mit einer verschärften Kostprobe ihrer pubertären Anwandlungen. Immerhin haben wir es einigermaßen stressfrei bis zum gemeinsamen Abendessen geschafft.

DWM: „Isst du den Rand von der Pizza?“

Regieanweisung: Pizzarand fliegt von DSGs Platz längs über den Tisch und trifft fast den Teller von DWM

DWM (macht jetzt den entscheidenden Fehler, etwas anzukündigen, was sie sowieso niemals durchziehen würde, ein Anfängerfehler, der ihr selbst nach 12 Jahren mehr oder weniger erfolgloser Erziehungsversuche immer noch unterläuft): „Wenn du dich nicht benehmen kannst, kann ich dich nicht mehr auswärts schlafen lassen.“

Regieanweisung: DSG speist ungerührt weiter und lässt dabei ihre müden Ellbogen auf dem Tisch ruhen

DWD (will es einfach nicht aufgeben, auf ein Grundrepertoire von Tischmanieren zu bestehen): „Kannst du bitte die Ellbogen vom Tisch nehmen? Nur damit du dann bei anderen weißt, wie du dich benehmen musst.“

DSG: „Wenn ich nicht mehr bei anderen übernachten darf, brauche ich doch auch keine Manieren zu lernen.“

DWD: „§%$’#*+~§$%&/!“

Regieanweisung: DSG verlässt das gemütliche Mahl, DSB folgt ihr aus Solidartät. DWM räumt den Geschirrspüler ein und ärgert sich über die Überladung (ganz klar eine Gewohnheit von DWD)

DWM: „Wenn man die Plastikteile hier drüberstülpt, macht das beim Ausräumen immer so eine Sauerei!“

DWD: „Den muss ohnehin ICH immer ausräumen“ – Details zu diesem Thema siehe unter „Ganze Männer machen halbe halbe“