Zufriedenheit

Heute ist wieder so ein Tag, an dem DWM dankbar sein muss. Dankbar dafür, einen langweiligen Job zu haben, in dem sie sich unterfordert fühlt. Und dankbar sein MÜSSEN ist immer doof. Heute ganz besonders, denn DSB liegt mit Fieber im Bett und DWM ist dankbar, jetzt nicht einen fordernden Job zu haben und sich wie früher innerlich zu zerreissen zwischen dem Wunsch, bei ihrem kranken Kind zu sein und dem Pflichtgefühl, einen ordentlichen Job abzuliefern. Vor einem Jahr noch wäre sie frühmorgens in die Stadt gerast (Murphys Gesetz zufolge hatte sie ihr Notebook prinzipiell am Tag, bevor ein Kind krank wurde, im Büro gelassen) und hätte ihr Homeoffice im oder neben dem Kinderbett eingerichtet.  DWM musste aufpassen, dass niemand in die Tastatur kotzte oder seinen Saft darüber schüttete und immer wenn gerade besondere Konzentration gefordert war, verlangte ein Kind im Fieberschub nach ihr. Aber DWM konnte stolz darauf sein, alles unter einen Hut zu kriegen und niemals Pflegefreistellung nehmen zu müssen. Gemeinsam mit ihrem Leiterposten hat sie auch ihr Notebook abgegeben und jetzt kann sie sich guten Gewissens voll und ganz auf ihr krankes Kind konzentrieren. Im heutigen Fall schläft selbiges schon seit über einer Stunde nebenan und DWM versucht nicht daran zu denken, was sie alles erledigen könnte in dieser Zeit. Nie kann man es ihr recht machen. Wie sagt Ildiko von Kürthy: „Nur eine schlafende Frau ist eine zufriedene Frau“

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