Wie viel Luxus braucht das Kind?

Nun ist DWM ja generell oft unsicher in der Kindererziehung – und nicht nur dabei, aber bei diesem Thema möchte sie jedenfalls so viel wie möglich richtig machen und andererseits gibt es so viele Menschen, die ganz genau zu wissen glauben, wie es geht, dass auch ein von sich selbst überzeugterer Mensch als DWM schon mal verunsichert werden kann.

Ein Dauerbrenner in ihrem Hirn beschäftigt sich mit der Frage: wie viel Luxus ist notwendig/angebracht/zu viel?

In ihrer eigenen Kindheit war diese Frage ganz einfach zu beantworten. Der Vater hat als Alleinverdiener mit einem Arbeitergehalt eine fünfköpfige Familie ernährt, somit: keiner.

Nun ist DWM in der glücklichen Lage, ihren Kindern etwas mehr Luxus bieten zu können und das verkompliziert die Sache schon etwas. Da muss sie durchaus Jesper Juul recht geben, der auf einem Vortrag über sein Buch „Nein aus Liebe“ auch darüber referierte, dass Nein-Sagen für unsere Elterngeneration zumindest in materieller Hinsicht einfacher war – es gab keine Alternative. Heute wissen die Kinder, dass wir uns oft mehr leisten könnten, als wir für sie auszugeben bereit sind.

Nun erreicht der Luxusgrad aber Dimensionen, die DWM leider nicht erfüllen kann und schon meldet es sich wieder, ihr berühmtes schlechtes Gewissen. Hätte sie nicht mehr arbeiten sollen, anstatt weiterhin mit ihrem Teilzeitvertrag herumzudümpeln und sich über die neugewonnene Freizeit durch selbstständigere Kinder zu freuen? Hätten sie weniger Geld für Reisen, Urlaub, Sport verbraten sollen, um ihren Kindern das bieten zu können?

Aber worum geht es überhaupt? Nein, nicht um Handtaschen, Sportgeräte oder Markenklamotten, es geht um die Investition in die Zukunft und da soll man ja bekanntlich nicht knausern. Was DWM in diesem Fall aber wahrscheinlich müssen wird:

DSG möchte gerne in England zur Schule gehen. Am liebsten natürlich bis zum Abi und darüber hinaus, aber das ist so unerreichbar, dass DWM sich darüber gar nicht grämen muss. Zur Not tut es auch ein Jahr, ein halbes oder wenigstens ein Term. Nun gilt das englische Schulsystem ja als eins der besten der Welt, aber das gilt in erster linie für die privaten Bildungsinstitute. In Harry Potter wurde die Welt der englischen Internate mit großer Öffentlichkeitswirksamkeit dargestellt und abgesehen von der Zauberei hat DWD sie ähnlich erlebt. Jetzt ist es heraussen, ja, DWD war auf einem englischen Internat, zwar auch nur für einen Term und wie er versichert, war das damals viiiieeel billiger, aber DWM grämt sich, dass ihrem Töchterchen verwehrt bleibt, was der Vater genießen durfte. Wo bleibt da der soziale Aufstieg?

Nun wird DWM entweder ein staatliches Internat suchen, die Unterbringung in einer Gastfamilie mit Besuch einer staatlichen Schule andenken und auch für diese Varianten nochmal ausführlich Kassensturz machen.

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