Gute Vorsätze – erste Erfolge

Nein, DWM hat nicht an ihrem Buch geschrieben und sich auch nicht im Fitness-Studio angemeldet. Dafür hat sie sich im von DWD liebevoll zum Trainingsraum umgebauten Spielzimmer ihren von DWD ebenso liebevoll besorgten Trainingsgeräten gewidmet, zumindest eine dreiviertel Stunde lang und das ist angesichts eines kranken Kindes zwei Stockwerke über ihr schon als Erfolg zu werten.

Den wahren Vorsatz-in-die-Tat-Umsetz-Erfolg feiert sie aber heute mit dem Zufriedenheitstraining. Nachdem sie in dieser Woche vier Vormittage zu Hause verbracht hat mit Einkaufen, Kochen, Waschen und ähnlichen haushaltsbezogenen Tätigkeiten ist sie jetzt froh, überhaupt noch einen Job zu haben, einen Schreibtisch, an den sie sich am Montag wieder setzen kann, nahezu egal, zu welcher Tätigkeit. DWMs Verhältnis zu ihrem Haushalt ist kein sehr inniges. Jahrelang, selbst als frischgebackene Mutter noch ist es ihr gelungen, einen solchen überhaupt nicht zu führen. Ihr erstes Jahr im Erziehungsurlaub verbrachte sie in Ägypten, wo DWDs Arbeitgeberhotel sie mit Nahrung, Wäscherei und Housekeeping versorgte. Danach ging sie für ein halbes Jahr wieder vollzeit arbeiten und DWD übernahm zu Hause das Kommando. Nach DSBs Ankunft kam das erste Au-Pair-Mädchen ins Haus und für die nächsten fünf Jahre dauerte ein paradiesischer Zustand an, während dessen DWM weder über den Aufenthaltsort des Kochgeschirrs noch des Wäscheständers bescheid wusste. Als die Kinder sich zu groß für ein Au-Pair fühlten, wurden sie im Hort mittagsverpflegt und die kostbaren Wochenden kann man natürlich auch nicht mit Kochen verschwenden, sonst bleibt ja keine Zeit für Ausflüge und Sport mehr. Der kranke Sohn zeigte in dieser Woche einen erstaunlichen Appetit und so sah DWM sich zur Nahrunsproduktion genötigt. Fertiggerichte wären in diesem Fall wohl kaum angebracht gewesen. Nach dieser Woche als DesperateHouseWife freut sie sich beinahe schon auf ihren Arbeitsplatz. Wie sagte schon Friedrich Torbergs Tante Jolesch: „Gott soll einen hüten vor allem, was noch ein Glück ist“

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Zufriedenheit

Heute ist wieder so ein Tag, an dem DWM dankbar sein muss. Dankbar dafür, einen langweiligen Job zu haben, in dem sie sich unterfordert fühlt. Und dankbar sein MÜSSEN ist immer doof. Heute ganz besonders, denn DSB liegt mit Fieber im Bett und DWM ist dankbar, jetzt nicht einen fordernden Job zu haben und sich wie früher innerlich zu zerreissen zwischen dem Wunsch, bei ihrem kranken Kind zu sein und dem Pflichtgefühl, einen ordentlichen Job abzuliefern. Vor einem Jahr noch wäre sie frühmorgens in die Stadt gerast (Murphys Gesetz zufolge hatte sie ihr Notebook prinzipiell am Tag, bevor ein Kind krank wurde, im Büro gelassen) und hätte ihr Homeoffice im oder neben dem Kinderbett eingerichtet.  DWM musste aufpassen, dass niemand in die Tastatur kotzte oder seinen Saft darüber schüttete und immer wenn gerade besondere Konzentration gefordert war, verlangte ein Kind im Fieberschub nach ihr. Aber DWM konnte stolz darauf sein, alles unter einen Hut zu kriegen und niemals Pflegefreistellung nehmen zu müssen. Gemeinsam mit ihrem Leiterposten hat sie auch ihr Notebook abgegeben und jetzt kann sie sich guten Gewissens voll und ganz auf ihr krankes Kind konzentrieren. Im heutigen Fall schläft selbiges schon seit über einer Stunde nebenan und DWM versucht nicht daran zu denken, was sie alles erledigen könnte in dieser Zeit. Nie kann man es ihr recht machen. Wie sagt Ildiko von Kürthy: „Nur eine schlafende Frau ist eine zufriedene Frau“