Personal A*tritt gegen das Spaßprinzip

Nun versucht DWM ja – wie wahrscheinlich die meisten Menschen – so weit wie möglich nach dem Spaßprinzip zu leben. Da man von diesem Prinzip ohnehin große Abstriche machen muss, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, möchte sie es aber wenigstens in ihrer Freizeit ein wenig zum Zug kommen zu lassen. Eigentlich gehört die Sportfront ja gar nicht zur Freizeit, denn Bewegung ist erstens ein Instinkt so wie Essen und zweitens die Grundlage, um gesund genug für den Kampf an den anderen Fronten zu bleiben. Trotzdem kann DWM ihrem Bewegungsdrang nur nachgeben, wenn er auch Spaß macht. Für ein Stündchen Radfahren, Skitouren oder Wandern nimmt DWM organisationstechnische Meisterleistungen Kauf, packt morgens den Krempel ins Auto, zieht sich in der Tiefgarage um, um direkt nach der Arbeit ihre Untersportung beseitigen zu können. Leider ist das erstens etwas zeitaufwändig und zweitens von äußeren Bedingungen abhängig, was DWM immer wieder dazu veranlasst hat, sich in einem Fitnesstudio einzuschreiben. Anfangs läuft das auch immer ganz gut, DWM ist ganz begeistert, endlich „ihr“ Studio gefunden zu haben und trainiert auch brav ihren Mitgliedsbeitrag ab. Aber mit der Zeit findet sie immer mehr Haare in der Fitness-Suppe, die ihr bald so vergällt ist, dass sie knapp nach Ende der Kündigungsfrist das Handtuch wirft. Bei ihrem bisher letzten Versuch war es ihr nicht gestattet, die Spinningräder außerhalb der Kurse (bei einem Spinning-Kurs die Woche!!!!) zu benützen, was nach einem wütenden Mailverkehr mit dem Direktor DWMs Austritt zur Folge hatte. (Für den sie bei Bedarf sicher auch einen anderen Grund gefunden hätte). Vom gesparten Jahresbeitrag stellt sie sich ein Spinningrad in den Keller, das sie sicher auch schon drei oder vier mal benutzt hat. Von DWD bekommt sie ein paar Hanteln geschenkt (Nein, für DWM ist das nicht so schlimm, wie ein Bügeleisen geschenkt zu bekommen!), denn der ist ein Konsequenzbolzen und trainiert schon seit Jahren im Keller (mit anhaltendem Erfolg, wie DWM immer wieder gerne feststellt :-)). So gern DWM sonst ihrem Bewegungsdrang nachgibt, aber damit hat sie ein echtes Problem. Zu Hause ist immer irgendetwas anderes wichtiger, und wenn sie sich doch aufrafft, den Trainingsraum zu betreten, bleibt sie nach dem Aufwärmen bei fetziger Musik auf dem Spinningrad sitzen – Ausdauertraining ist selbst indoor um so viel angenehmer als die x-te Wiederholung einer todlangweiligen Übung.

Leider kommt DWM langsam in ein Alter, in dem ein Leben nach dem Spaßprinzip offensichtlich immer schwieriger wird, denn schön langsam vergällen ihr die Rückenschmerzen selbst die Freude an den Spaß-Sportarten. Lustlos surft sie im Internet die Fitness-Studios durch, bis sie zu dem erlösenden Schluss kommt:

„Ich brauche einen Personal Trainer!“

Wie schön, dass DWD immer mit einer alternativen Lösung parat ist:

„Du brauchst bloß einen Personal A*Tritt!“

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