Burgfräulein für ein Wochenende

DWM hat nimmt sich wenig Zeit für die Pflege von Freundschlaften. Glücklicherweise gibt es ein paar wenige, die sich davon nicht abschrecken lassen. Mit einer von diesen Familien war die ganze DesperateFamily vor vier Jahren sogar auf Urlaub und für das vergangene Wochenende war seit langem ein gemeinsamer Aufenthalt der beiden Familien auf einer Burg geplant. Die befreundete Mutter ist ein DesperateHouseWife mit drei Kindern und obwohl zwischen den Vertretern dieser beiden Gruppen normalerweise ein unüberwindbarer Graben klafft, haben DWM und DHW ihre unterschiedlichen Lebensmodelle immer respektiert und sich trotzdem gut verstanden. Irgendwie dürfte DWM in den drei Jahren seit dem gemeinsamen Urlaub aber etwas verpasst haben.  Arbeitsfront, Erziehungsfront, Beziehungsfront, Bewegungsfront haben die ganze Zeit aufgefressen und abgesehen von den Tür- und Angelgesprächen beim Abholen der Kinder traf sich DWM maximal dreimal im Jahr ausgiebig mit DesperateHouseWife und das war wohl zu wenig, um eine gemeinsame Basis über die Lebensmodellkluft hinweg zu erhalten.

Am Donnerstag startet die befreundete Familie bereits am Vormittag, während DWM den Vormittag noch im Büro verbringt und erst Mittags mit beiden Kindern losfährt, DWD muss noch einen Tag arbeiten und kommt nach. DWM ist hin und weg von der Burg und trotzdem verspürt sie Spannungen und Unstimmigkeiten an diesem Wochenende, die einen kleinen Wermutstropfen in den großzügigen Becher des Burg-Wochenendes fallen lassen.

Was ist passiert? Haben sie sich wie die anderen Vertreter der Nur-Mütter und Working-Mums auf beiden Seiten des Grabens positioniert? Jetzt noch? Das lohnt sich doch überhaupt nicht mehr! Oder sind es nur die unterschiedlichen Vorlieben und Interessen?  Oder ist DWM schon so kauzig geworden, dass sie unkompatibel zum Rest der Welt ist?

Als DWD zur Burg-Urlauber-Truppe stößt, findet er wenig Gefallen am Familienzimmer und besorgt für sich und DWM das einzige Himmelbett-Zimmer der Burg. DWD kämpft sehr tapfer an der Beziehungsfront und DWM ist (meistens) auch sehr dankbar dafür, aber bei DesperateHouseWife kommt die Aktion gar nicht gut an.

Die Kinder kriegen von alldem gar nichts mit und das ist auch gut so. Nach DWMs Exodus aus dem Familienzimmer bewohnen sie zu fünft eine eigene Klause und haben viel Spaß dabei. Vor lauter guter Laune lassen sie sich sogar zu einer gemeinsamen Wanderung herab.

DWM versucht die kleinen Spitzen nicht allzu persönlich zu nehmen und fragt sich: soll sie die Freundin Mutter der Freunde ihrer Kinder offen darauf ansprechen, oder lohnt sich das gar nicht mehr? Ein gemeinsamer Urlaub ist wohl nicht mehr drin und die drei Abende im Jahr kriegt sie schon hin, wo doch zwei davon ohnehin aus Kinobesuch bestehen.

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