Ferienschule

DWM will, dass DSB aufs Gymnasium geht. DSB will aufs Gymnasium. Naja, so ein Mittelding zwischen den beiden wird es wohl sein. Damit sein Hirn über die Ferien nicht vollkommen einrostet, muss gelernt werden. Man sollte nicht glauben, wie schwierig es ist, eine halbe Stunde Lernzeit an einem Ferientag unterzubringen. Da DWM auch in
den Ferien arbeiten muss, wurden folgende Varianten durchprobiert:

  • DSB steht auf, solange DWM noch da ist und sie lernen eine halbe Stunde gemeinsam

Nachteil: DSB muss entweder früher ins Bett (MAAMAAAA es sind doch FEEEErien!) oder unausgeschlafen aufstehen -> nicht gut

  • DSB schläft aus und lernt danach alleine

Nachteil: Qualitätsprobleme (DSB liest sich die Angabe durch, beschließt, dass er das nicht checkt und widmet sich seinen Ferienaktivitäten) -> nicht gut

  • DSB schläft aus und lernt danach mit DesperateSchoolGirl (3 Klassen über ihm und ein echtes As in der Schule)

Nachteil:  %$“!§&  (verständlich wahrscheinlich für alle Geschwister-Mütter) -> nicht gut

  •  DSB schläft aus und wir lernen am Nachmittag

Nachteil:  seine Freunde kommen zum „helfen“ und es wird ein richtig cooler Ferienevent ->nicht gut (zumindest für den Lernerfolg)

Advertisements

Kleiner Abschied

Heute war es wieder einmal so weit, DWM gönnt sich den zweiten Gleitzeit-Tag in diesem Jahr. Nachdem der erste mit DesperateSchoolBoy verbrachte Ferientag so ein toller Erfolg war, musste es diesmal doppelt so toll werden, schließlich hat auch DesperateSchoolGirl jetzt Ferien.

Nach einem ausgedehnten Frühstück und langem hin und her entschließt sich DSG doch noch, das Tennis-Sommertraining zu versuchen. Fürs Fahrrad ist es mittlerweile zu spät, Mama Taxi muss ran. Am Tennisplatz steht sie sich erstmal die Füße in den Bauch, weil sie auf den verspäteten Trainer warten will, um zu fragen, wie lange das Training denn dauert. Nach einer Viertelstunde fährt sie unverrichteter Dinge wieder nach Hause. Taxis werden schließlich bei Bedarf gerufen. Dort eröffnet DSB, dass er zwar DWM zuliebe zu einer kleinen Wanderung bereit wäre, aber eigentlich würde er lieber seinen Freund besuchen.

DWM erinnert sich an die Wanderzwänge in ihrer Kindheit, entlässt DSB aus seinen Nöten und besteigt ihr Fahrrad. Nach zehn Minuten erfreut sie sich so richtig der neuen Freiheit und biegt ins Gelände ab, als das Handy klingelt. Training ist ausgefallen, DSG möchte nach Hause. Die Taxilenkerin beendet ihre kurze Pause, steigt zu Hause aus dem Trikkot in die Dienstkleidung, um in die Stadt zu fahren. Wenn DSB mitkommt, können sie dort wenigstens gleich zu mittag essen. Inzwischen ist aber eine Freundin aufgetaucht, DSB möchte lieber zu Hause bleiben. Auch gut, wird das Essen eben mitgebracht, auch wenn dieser Transport gegen das erste Alfa-Gesetz verstößt. Die für die Freundin mitgebrachte Portion wird für das Abendessen aufbewahrt, denn selbige ist mittlerweile ins Schwimmbad verschwunden. Immerhin für das Mittagessen hat sich die Familie um den Tisch versammelt.

Danach möchte DWM die Kinder zu einem Ausflug an den See überreden (Wandern wurde mittlerweile aus dem Ferienangebot komplett gestrichen). Mittlerweile ist aber DSBs älterer Freund zu Besuch bekommen (See beinahe so uncool wie wandern) und DSG möchte lieber chillen. DWM ringt ganz fürchterlich mit ihrem Mutterglucken-Ego. Was tun? Zu Hause bleiben, warten bis sich jemand am Trampolin verletzt und das Gummibären-Depot bewachen? Oder alleine zum See fahren?

Mit einem schlechten Gewissen so groß wie ein Mühlstein auf dem Herzen entschließt DWM sich für letzteres. Heute findet der Sommer statt, und sie hat frei – da besteht quasi Genusszwang! Das komische Gefühl so ganz allein im Auto – nein, nicht auf dem Weg zum Arbeiten oder Einkaufen – wird mit lauter Musik übertüncht. Oder zumindest versucht. Was wohl inzwischen schon alles passiert ist zu Hause? Vielleicht hat das Schicksal nur auf diese kleine Selbstsüchtigkeit gewartet, um unerbittlich zuzuschlagen? DWM ruft ihre Phantasie zur Ordnung. Die Mutter von DSBs Freund ist schließlich zu Hause. Statt der Panik macht sich jetzt leichte Wehmut breit. Das war noch was vor zwei Wochen, als sie diese Strecke mit DSB gefahren ist und jetzt ist sie schon ganz alleine…..UND ICH DENKE JETZT NICHT „WIE SCHNELL DIE KINDER DOCH GROSS WERDEN“ SONDERN GENIESSE MEINEN FREIEN TAG – HALBTAG – STUNDEN.

Am See angekommen rechtfertigt DWM ihren Ausflug, indem sie den Spind aufräumt und eine Runde schwimmt, bevor sie wieder nach Hause fährt. In der Sonne liegen kann sie schließlich auch im eigenen Garten.

 

kein Nachteil ohne Vorteil

würde meine sprichwortverrückte Freundin sagen. Da ich seit meiner Degradierung meine Arbeitszeiten steche, sammeln sich durch meinen Teilzeitvertrag jede Menge Überstunden an. Somit kriege ich eine ungefähre Vorstellung davon, wieviel Zeit (und Geld) ich bisher verschenkt habe. Diese Überstunden darf ich jetzt abgleiten und das trifft sich gut, da der DesperateSchoolBoy bereits Ferien hat. Nachdem er in den Jahren meiner Pseudowichtigkeit brav diverse Feriencamps über sich ergehen hatte lassen, stellte er heuer fest, er sei groß genug um vormittags auf sich selbst aufzupassen und lehnte jede Zwangsbespaßung ab. DWM versuchte ihren Gluckentrieb zu unterdrücken – was nicht einfach war – und erfüllte ihm diesen Wunsch. Nach den ersten Tagen stand das Haus immer noch, und auch DSB war unverletzt.  Er wollte sogar noch einen Schritt weitergehen und verkündete, ich solle doch die „Wie-geht-es-dir-ist-auch-alles-in-Ordnung“-Anrufe unterlassen. Letzte Woche nützte ich den einzigen sonnigen Tag weit und breit und nahm mir kurzfristig einen Gleit-Tag. Einfach so und fast ohne schlechtes Gewissen. Erst versuchte ich eine kleine Wanderung mit DSB, aber nachdem er mir erklärt hatte, der Berg sei heute weiter weg als sonst, irgendjemand müsse den Weg gestretcht haben, kehrten wir nach einer ausgiebigen Rast auf dem ersten Zwischengipfel

um fuhren an den nächstgelegenen See.

Dieser wunderschöne spontane Tag mit meinem Sohn entschädigt mich für vieles. Vielleicht hat SmallBoss mir sogar einen Gefallen getan?