das Unvermeidliche auch hier – Frohe Weihnachten

Einen Tag, nachdem es im Büro noch einmal richtig hoch herging, darf DWM sich in den Weihnachtsurlaub verabschieden, zumindest in ihrem Zweitberuf. In ihrem Hauptberuf als Familienmanagerin ist sie weiterhin gefordert. Der Familienrat hatte beschlossen, Weihnachten heuer erstmals bei den vier Autostunden entfernt wohnenden Großeltern zu verbringen und es obliegt wieder einmal DWM, für die Versorgung der Familie mit allem Nötigen und Unnötigen während dieser Zeit zu sorgen – verpackte Weihnachtsgeschenke für adäquate unter-dem-Baum-Stimmung inbegriffen:

Plötzlich Stundenausfälle erfordern zusätzliche Taxifahrten (der stündlicher Bustakt eignet sich nur für Notfälle) und heute ruft auch noch die Schule an, DWM solle ihren kranken Sohn abholen. Als sie den weinenden DSB ins Auto lädt, verfliegt ihre restliche Weihnachtsstimmung und er kann seine Mutter nur mit Müh und Not davon abhalten, sofort die Schule zu stürmen: Weil DSB es nicht mehr rechtzeitig auf die Toilette geschafft hatte, hatte der Kunstlehrer ihn zur Schnecke gemacht und den Schulfreunden verboten, dem Kranken beim Aufwischen seiner Krankheitsrückstände in der Klasse zu helfen.

DWM wird sich beim Packen hoffentlich beruhigen und freut sich auf eine besinnliche Zeit bei ihren Eltern – fernab von technischer Infrastruktur und verabschiedet sich deshalb wahrscheinlich für den Rest des Jahres.

Frohe Feiertage allen Weihnachtsfans und Gutes Ignorieren der Gegenfraktion – falls es die noch gibt….

p.s. Nachtrag zum Jahresrückblick: wegen plötzlich erkrankter Freundin durfte DWM doch noch einmal mit ihrer Tochter auf dem Christkindlmarkt sich im Regen die Beine in den Bauch stehen – ein „letztes Mal“ noch um ein Jahr verschoben!

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Jahresrückblick

Um diese Jahreszeit kommt auch DWM nicht umhin, sentimental auf den Lauf der Zeit zu blicken.

2011 war das Jahr in dem DSG erwachsen wurde und die körperlichen Veränderungen sind nur ein kleiner Teil dieser Entwicklung. Mit der Firmung hatte sie im Kreis der Familie und Verwandten Abschied von der Kindheit gefeiert und der Zeitpunkt war offensichtlich (von DSG selbst kurzentschlossenerweise) gut gewählt.

Zu Neujahr hatte sie gemeinsam mit DSB die müde DWM zu einem Skiausflug genötigt (DWD hatte wieder einmal einen der ungünstigsten Termine für einen Dienst ausgefasst) und heute ist DWM froh, sich damals den Wünschen der Kinder gebeugt zu haben, denn es war der letzte in dieser Form. Den Rest des Winters verbrachte sie nach einem Unfall beim Eiskunstlauf mit fixierter Schulter und danach beteiligte sie sich nur noch unwillig an Familienausflügen. Auch ihre Krankenhausaufenthalte nach dem Unfall bewältigte sie erstmals allein, DWM zog nicht so wie sonst (man merkt, die ungestüme DSG ist Stammgast in der Unfallklinik) als Begleitperson ins Krankenhaus.

Heuer feiert sie Sylvester erstmals mit einer Freundin statt mit der Familie und wird diese daher auch nicht auf den traditionellen Neujahrs-Skiausflug begleiten.

Die Schule ist zum Selbstläufer geworden (DWM muss ihre ehrgeizige Tochter manchmal sogar vom Lernen abhalten), das Zimmer wird ohne Aufforderung aufgeräumt und manchmal sogar gesaugt.  Im Sommer hat DSG sich zum ersten Mal verliebt.

Ohne die gelegentlichen Pubertätsschübe würde DWM glauben, mit einer Erwachsenen zusammenzuleben. Folglich muss DWM alt werden.

Der Zutritt ins Teenie-Zimmer bleibt meistens verwehrt, über die seltenen Einladungen (Mama, kommst du?) oder auch „Mama, bleibst du?“ nachdem DWM zum Wäsche-Einsammeln (eine der wenigen Handgriffe, die DSG nicht selbst auf die Reihe kriegt. Wahrscheinlich liegt es an DWMs Inkonsequenz, die lieber selbst die Wäsche einsammelt, als einen Pubertätsschub wegen akuten Sockenmangels zu ertragen) doch das Allerheiligste betreten hat, freut DWM sich immer.

Außerdem freut DWM sich jetzt, so viel Zeit mit ihren Kindern verbracht zu haben, wo sie doch häufig auf dem Sprung war, einen viel zeitaufwändigeren Job anzunehmen. Daraus wird sie lernen, diese Entscheidung weiterhin erfolgreich zu vertagen, bis auch DSB diese Schwelle überschritten hat.

Um das Danach versucht sie sich jetzt so wenig Gedanken wie möglich zu machen. Erstmal Weihnachtsfrieden angesagt.

Ideologie am Frühstückstisch

Nun ist der Morgen schon an sich schon nicht DWMs bevorzugte Tageszeit und sie ist jedesmal wieder stolz, wenn sie den Routineaufbruch der Familie und ihren eigenen erfolgreich hinter sich gebracht hat. Die kleinste Mücke kann um diese Tageszeit die Dimension eines Elefanten erreichen.

DWD scheint eher für diese Tageszeit geschaffen zu sein, oder ist er einfach nur anpassungsfähiger, wäre er einer der wenigen Überlebenden beim Hereinbrechen einer plötzlichen Eiszeit? Jedenfalls stiefelt der Held der Familie jeden Morgen zum Bäcker, um seine Anvertrauten mit frischen Brötchen zu versorgen.

Als DWM sich im Schlafanzug auf ihren Platz am Frühstückstisch plumpsen läßt (sie hat nach dem Aufbruch ihrer Lieben noch genug Zeit, sich sozialverträglich zurechtzumachen), plappert DSG schon munter über die lang ersehnte Eröffnung des Holister-Shops, der ein Teil ihrer Freundinnen beigewohnt hat und wo ja soooooo viel los war und es lohne sich ja üüüüüberhaupt nicht mehr, vor Weihnachten da hinzugehen, man müsse sich anstellen um überhaupt hineinzukommen und…….

DWM lässt dieses Geplapper in morgendlicher Apathie an sich vorüberziehen, während sie in ihrem Kaffee rührt, DWD aber kann sich eine kleine Bemerkung nicht verkneifen: „Das muss man erst mal schaffen.“ Nun hört sich dieser Satz so für sich gelesen erst mal ganz harmlos an, nicht wahr? Nur Eingeweihte können erahnen, was für ein erbitterter Kampf der Ideologien in dieser Familie geführt wurde und wird, der sich einem so kleinen unscheinbaren Satz verstecken kann. DSG hat ein Jahr lang ihr Taschengeld gespart und ihre heurige Herbstgarderobe auf ein absolutes Minimum reduziert (was DWM wiederum vor wäschetechnische Herausforderungen stellt), um in London ein paar Stücke bei Abercrombie & Fitch einkaufen zu können. DWD wiederum läßt keine Gelegenheit aus, um die Markenhörigkeit zu kritisieren. DWM versucht sich neutral zu verhalten, ihrer Tochter Toleranz entgegenzubringen obwohl sie (eifrige Leser kennen ihre Shopping-Gewohnheiten – sie kann sich ja nicht einmal zur Anschaffung markenloser Kleidungsstücke durchringen) die Meinung ihres Ehemannes durchaus nachvollziehen kann.

Um diese Tageszeit jedoch ist die Politikerin in DWM noch nicht im Dienst. Sie hört die Debatte förmlich schon heranziehen (gleich wird DSG ihrem Vater vorwerfen: „Das musst du gerade sagen“, weil er in einem anderen Leben mal einen BMW gefahren hat) und das Rühren gestaltet sich so schwungvoll, dass der Kaffe überzuschwappen droht. Alles andere als diplomatisch bittet sie DWD, um diese Tageszeit seine Meinungen für sich zu behalten.

Der weitere Verlauf des Frühstücks bleibt der Phantasie des Lesers überlassen. Vielleicht noch ein kleiner Hinweis für Menschen mit wenig Familienerfahrung: Der Einwand DWDs, er fühle sich gegängelt, war nicht der richtige Weg, um eine Deeskalation herbeizuführen.

Die gute Nachricht: trotzdem kamen alle pünktlich an ihrem morgendlichen Wirkungsort an.

Zufriedenheit

Heute ist wieder so ein Tag, an dem DWM dankbar sein muss. Dankbar dafür, einen langweiligen Job zu haben, in dem sie sich unterfordert fühlt. Und dankbar sein MÜSSEN ist immer doof. Heute ganz besonders, denn DSB liegt mit Fieber im Bett und DWM ist dankbar, jetzt nicht einen fordernden Job zu haben und sich wie früher innerlich zu zerreissen zwischen dem Wunsch, bei ihrem kranken Kind zu sein und dem Pflichtgefühl, einen ordentlichen Job abzuliefern. Vor einem Jahr noch wäre sie frühmorgens in die Stadt gerast (Murphys Gesetz zufolge hatte sie ihr Notebook prinzipiell am Tag, bevor ein Kind krank wurde, im Büro gelassen) und hätte ihr Homeoffice im oder neben dem Kinderbett eingerichtet.  DWM musste aufpassen, dass niemand in die Tastatur kotzte oder seinen Saft darüber schüttete und immer wenn gerade besondere Konzentration gefordert war, verlangte ein Kind im Fieberschub nach ihr. Aber DWM konnte stolz darauf sein, alles unter einen Hut zu kriegen und niemals Pflegefreistellung nehmen zu müssen. Gemeinsam mit ihrem Leiterposten hat sie auch ihr Notebook abgegeben und jetzt kann sie sich guten Gewissens voll und ganz auf ihr krankes Kind konzentrieren. Im heutigen Fall schläft selbiges schon seit über einer Stunde nebenan und DWM versucht nicht daran zu denken, was sie alles erledigen könnte in dieser Zeit. Nie kann man es ihr recht machen. Wie sagt Ildiko von Kürthy: „Nur eine schlafende Frau ist eine zufriedene Frau“

Urlaub Tag 7 – „Warum fragst du mich dann überhaupt?“ oder endlich beginnt die Storming-Phase im Teambildungsprozess der Crew

Unsere Vorräte neigen sich dem Ende zu, und langsam überkommt uns Sehnsucht nach unserem Heimathafen – oder vielleicht auch nur nach der gemütlichen Hafenkneipe, den luxuriösen, gekühlten Waschräumen und dem Internet? Egal, wir beschließen, dass die Buchten dort auch ganz schön sind und machen uns auf den Rückweg. Wie jedes Jahr wollen wir einen traditionellen Landfall in Griechenland machen, dieses Jahr sogar mit Mittagessen, weil die Kombüse heuer mit DWM definitiv unterbesetzt ist. Dummerweise hat DWM in ihrer Planungswut die ganze Crew von den Plänen informiert. Kurz vor Kastelhorizon wird das neu erworbene türkische Bettlaken gegen die griechische Gastflagge getauscht.

 

Je weiter wir ins Hafenbecken vordringen, desto mehr frischt der Wind auf. Hm, sollte das nicht umgekehrt sein? Aus Erfahrung wissen wir, dass der Anker hier schlecht hält, außer uns ist auch nur eine andere Yacht da, die sich zwischen zwei Fährbooten versteckt hat.

Als der Captain und DWM beschließen, dass diese Umstände kein gemütliches Mahl zulassen und wir lieber weiterfahren, bricht die erste Meuterei des Tages in der Crew aus. DSG hatte sich auf ein griechisches Mittagessen eingestellt und nimmt die Umplanung nur äußerst unwillig hin. Apropos Umplanung: Bis in die nächste Restaurantversorgte sichere Ankerbucht brauchen wir mit Festmachen eine Stunde, sollen wir das wagen oder soll DWM auf See ein Resteessen zaubern? Ein zweites Mal an diesem Tag macht sie den Fehler, die Crew in ihre Überlegungen einzuweihen, denn als der Captain beschließt, dass ihm dieser Umweg von 2-3 Stunden zu unserem Tagesziel zu viel sei, steigert sich die Meuterei zu einem wütenden „Warum fragst du mich denn überhaupt, wenn ihr sowieso macht, was ihr wollt?“ Der Captain widmet sich seinen seefahrerischen Aufgaben, (z. B. erneutes Umflaggen)

 

DWM verschwindet in der Kombüse. Nach dem Essen sind erstmal alle besänftigt, wir wagen es sogar, ein Stück unter Segeln zu fahren (und verraten der Crew nicht, dass wir dafür auch einen Umweg fahren müssen.) In der heutigen Bucht wird ausgiebig gebadet, nachdem DWM das Landleinenmanöver heute zum ersten mal wieder persönlich ausgeführt hat. Leider ist sie schon wieder gehandicapt, diesmal gleich doppelt. Heute morgen hat sie eine kaputte rechte Kontaktlinse aus dem Behälter gefischt und festgestellt, dass sie nur linke eingepackt hat (bei einem Unterschied von 2 Dioptrien nicht unerheblich). Außerdem hat sie sich wie jedes Jahr ihr Ohr verkühlt und darf den Kopf nicht unter Wasser tauchen. Ausgerüstet mit optischer Sonnenbrille und Neoprenstirnband (natürlich kann DSG dieses Badeoutfit nicht unkommentiert lassen, aber DWM gewöhnt sich langsam daran dass sie peinlich ist) schwimmt sie mit der Landleine zum nächstbesten Felsen und muss die Anlandung sehr gefühlvoll machen, weil sie nicht wie sonst vorher unter Wasser nach Seeigeln gucken kann.

 DSB meldet schon wieder großen Hunger, und bevor DWM ein weiteres Mal in der Kombüse verschwindet, macht sie den dritten (aber leider nicht letzten) entscheidenden Fehler des Tages: sie fragt DSG, ob sie denn auch schon Hunger habe, denn als diese verneint und DWM trotzdem zu kochen beginnt, ertönt ein weiteres wütendes „WARUM FRAGST DU MICH DENN ÜBERHAUPT?“ DWM flüchtet wieder in die Kombüse, der Captain bringt sicherheitshalber eine zweite Landleine aus. Nachdem die kulinarische Höchstleistung von Nudeln, und einer mit frischen Tomaten und Schinken gepimpten Fertigsauce vollbracht ist, bittet DWM mit den Tellern in der Hand, den Tisch rasch freizumachen, damit sie selbige dort abstellen kann. DSG räumt die Hälfte der Sachen ab und verkündet, den Rest müsse der Bruder machen. DWM mit den Tellern in der Hand wird wütend über so viel geschwisterliche Gerechtigkeit. Außerdem liest DSB gerade, ein Ereignis mit Seltenheitswert, das DWM nicht stören möchte, Gerechtigkeit hin oder her. Leider gelingt es ihr nicht, den Ärger zu unterdrücken (schon vorher musste sie sich von DSG vorwerfen lassen, wie unchillig sie trotz Urlaub sei und vielleicht ist da ja auch was Wahres dran) und ihr entfleucht etwas von „fauler Nudel“, was sich leider nicht auf das Abendessen beziehen ließ. Das war zuviel, denn jetzt kommt das, was DWM schon die ganze Zeit befürchtet hatte: DSG ließ endlich ihre Litanei vom Stapel, was für ein doofer Urlaub das doch sei und sie wollte ja sowieso nicht mitkommen. Auf Nudeln habe sie außerdem keinen Bock. Und verschwindet mit lautem Türenknall in ihrer Kajüte. DWM ist erstmal froh, heuer erstmals keine Gäste an Bord zu haben, und das nicht nur, weil DSG ihr eigenes Reich für effektvolle Abgänge und einsame Stunden hat. Dann geht sie in sich. In der Tat wird es immer schwieriger, eine Urlaubsgestaltung zu finden, die allen Spaß macht. Wenn nicht sogar unmöglich. Im letzten Urlaub haben wir den Kindern  zuliebe Cluburlaub gemacht. DWD hat sehr gelitten und DWM ein wenig (vor allem unter dem Urlaubsspeck, der bei Selbstverpflegung eher ausgeschlossen ist). Der Bootsurlaub war in erster Linie als Auslauf für den domestizierten Abenteurer DWD gedacht (dann darf er endlich Captain sein), aber DSB und DWM haben auch Spaß daran. Für DSG ist es definitiv zu einsam, zu heiß und zu langweilig. In den letzten Jahren ließ sie sich mit einem Koffer voller Bücher noch gut besänftigen, zweimal hatten wir auch eine Freundin dabei, aber es hat sich nicht wirklich bewährt, dem Captain diese zusätzliche Verantwortung aufzubürden. Heuer merkt man erstmals, wie erwachsen sie wird und dazu gehört auch, die Wege der Eltern in Frage zu stellen und eigene zu finden. Das beginnt schon mal damit, dass sie im Vorfeld maulte: „Warum müssen wir immer auf Urlaub fahren? Können wir nicht auch mal zu Hause bleiben?“ Leider ist DSG zu jung, um diesen eigenen Wege auch allein beschreiten zu können und bis dahin wird das Thema Urlaub ein Schwieriges im Hause der Desperates bleiben.

 Ist es nicht schön, wenn man solche Probleme hat und auf so hohem Niveau jammern kann?

Kompliment für die Mutterglucke – Nachtrag zum Wochenende auf der Burg

DSB: „Mama, weißt du, was ich ganz toll fand auf der Burg?“

DWM: „Was denn, Schatz?“

DSB: „Dass du mich nicht immer gesucht hast und nicht gefragt hast, wo ich hingehe, wenn ich mit meinem Freund in der Burg unterwegs war. Das fand ich ganz toll!“

1:0 für DWM an der Abnabelungsfront!

Burgfräulein für ein Wochenende

DWM hat nimmt sich wenig Zeit für die Pflege von Freundschlaften. Glücklicherweise gibt es ein paar wenige, die sich davon nicht abschrecken lassen. Mit einer von diesen Familien war die ganze DesperateFamily vor vier Jahren sogar auf Urlaub und für das vergangene Wochenende war seit langem ein gemeinsamer Aufenthalt der beiden Familien auf einer Burg geplant. Die befreundete Mutter ist ein DesperateHouseWife mit drei Kindern und obwohl zwischen den Vertretern dieser beiden Gruppen normalerweise ein unüberwindbarer Graben klafft, haben DWM und DHW ihre unterschiedlichen Lebensmodelle immer respektiert und sich trotzdem gut verstanden. Irgendwie dürfte DWM in den drei Jahren seit dem gemeinsamen Urlaub aber etwas verpasst haben.  Arbeitsfront, Erziehungsfront, Beziehungsfront, Bewegungsfront haben die ganze Zeit aufgefressen und abgesehen von den Tür- und Angelgesprächen beim Abholen der Kinder traf sich DWM maximal dreimal im Jahr ausgiebig mit DesperateHouseWife und das war wohl zu wenig, um eine gemeinsame Basis über die Lebensmodellkluft hinweg zu erhalten.

Am Donnerstag startet die befreundete Familie bereits am Vormittag, während DWM den Vormittag noch im Büro verbringt und erst Mittags mit beiden Kindern losfährt, DWD muss noch einen Tag arbeiten und kommt nach. DWM ist hin und weg von der Burg und trotzdem verspürt sie Spannungen und Unstimmigkeiten an diesem Wochenende, die einen kleinen Wermutstropfen in den großzügigen Becher des Burg-Wochenendes fallen lassen.

Was ist passiert? Haben sie sich wie die anderen Vertreter der Nur-Mütter und Working-Mums auf beiden Seiten des Grabens positioniert? Jetzt noch? Das lohnt sich doch überhaupt nicht mehr! Oder sind es nur die unterschiedlichen Vorlieben und Interessen?  Oder ist DWM schon so kauzig geworden, dass sie unkompatibel zum Rest der Welt ist?

Als DWD zur Burg-Urlauber-Truppe stößt, findet er wenig Gefallen am Familienzimmer und besorgt für sich und DWM das einzige Himmelbett-Zimmer der Burg. DWD kämpft sehr tapfer an der Beziehungsfront und DWM ist (meistens) auch sehr dankbar dafür, aber bei DesperateHouseWife kommt die Aktion gar nicht gut an.

Die Kinder kriegen von alldem gar nichts mit und das ist auch gut so. Nach DWMs Exodus aus dem Familienzimmer bewohnen sie zu fünft eine eigene Klause und haben viel Spaß dabei. Vor lauter guter Laune lassen sie sich sogar zu einer gemeinsamen Wanderung herab.

DWM versucht die kleinen Spitzen nicht allzu persönlich zu nehmen und fragt sich: soll sie die Freundin Mutter der Freunde ihrer Kinder offen darauf ansprechen, oder lohnt sich das gar nicht mehr? Ein gemeinsamer Urlaub ist wohl nicht mehr drin und die drei Abende im Jahr kriegt sie schon hin, wo doch zwei davon ohnehin aus Kinobesuch bestehen.