DWM in der (zweiten) Pubertät

Am letzten Wochenende musste DWM etwas erleben, was gar nicht schön war und eigentlich besser in diesen Blog passt:

http://essenfrisstseeleauf.wordpress.com/2012/06/14/der-ruckfall-und-ich/

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DWM bloggt fremd

Nun ist es ja kein Geheimnis, dass DWM sich ein zweites Pseudonym zugelegt hat. Obwohl sie lange mit dieser Entscheidung gerungen hat, nicht dass sie plötzlich in eine Identitätskrise gerät vor lauter Pseudonymen. Einerseits hatte sie überlegt, das eBook Essen frisst Seele auf unter ihrem richtigen Namen herauszubringen, aber da sprach doch einiges dagegen. Dann hatte sie vorgehabt, die beiden Pseudonyme zu trennen. Schließlich vollbringt DWM ausschließlich (wenn auch unterschätzte) Bestleistungen an allen Fronten, während Lena Nimmersatt an der Diätfront so viele Jahre lang kläglich versagt, was bedeutete denn so eine Alter Ego für DWMs Image?

DWD aber hat seine Frau überredet, der DesperateWorkingMum auch Schwächen zu verpassen und somit die (wenn auch bescheidene) Popularität ihres Blogs zu Werbezwecken zu nutzen. Somit haben DesperateWorkingMum und Lena Nimmersatt sich gegenseitig in ihre Blogroll aufgenommen. Eigentlich hätte es dabei auch bleiben sollen, aber Lena Nimmesatt hat tatsächlich Feedback auf ihr Buch bekommen, in dem sie gefragt wurde, wie es ihr denn heute ergehe mit dem Essen im Allgemeinen und bestimmten Situationen im Besonderen. Und so hat sie beschlossen, zumindest sporadisch auf dem Blog http://essenfrisstseeleauf.wordpress.com/ über ihre heutige Befindlichkeit zu schreiben.

Letzte Woche hat sie das schon erledigt mit einem ihrer Klassiker Die Waage und ich, diese Woche folgt  Die Schokolade, die Entspannung und ich.

Falls sich jemand von den Lesern ebenfalls an der Diätfront abmüht, kann er ja reinlesen. Und weil selbst die an Bloggorrhoe erkrankte DWM nicht zwei Posts an einem Tag schafft, herrscht an den anderen Fronten inzwischen Waffenstillstand.

Vom hohen Wert der guten Nachbarschaft

Gestern hat DWM eines ihrer Luxusproblemchen auf ebenso elegante wie unterhaltsame Weise gelöst: Da das Trinken alleine keinen Spaß macht, hat sie in Gesellschaft getrunken. Angefangen hatte es eigentlich ganz harmlos.

Türklingel: „DINGDONG“

DWM (beantwortet gerade ihre Fanpost, soll heißen, eine der zwei Mails, die sie als Reaktion auf ihr eBook „Essen frisst Seele auf“ erhalten hat und ist somit unabkömmlich): „Kann mal jemand zur Tür gehen?“

Nachwuchs: „Die CooleMieterin ist da!“

DWM freut sich immer, die fröhliche Mieterin der Einliegerwohnung zu sehen und unterbricht ihre einsame Tätigkeit.

CooleMieterin: „Heut abend könnt es vielleicht a wengal laut werden!“

DWM (erstaunt, denn CooleMieterin pflegt ein reges Sozialleben, was des öfteren mit der ein oder anderen Geräuschentwicklung einhergeht. Dafür erträgt sie DSGs Klavierspiel selbst am frühen Morgen gelassen, wenn sie von ihrer Nachtschicht als Krankenschwester kommt und eigentlich schlafen will. DWM hat schon viele Nachbarschaften erlebt, aber noch keine so perfekte wie diese): „Kein Problem“

CooleMieterin: „Es könnt vielleicht auch richtig laut werden, weil es kommen über 20 Leut!“

DWM sieht auch darin kein Problem.

Coole Mieterin: „Und wega die Autos?“

DWM: „Ich stell meins heut in die Garage, DWD ist nicht da, dann könnt ihr alle Parkplätze haben.“

Coole Mieterin: „Was, ihr seids ganz allein? Dann kommts doch rüber!“

DWM freut sich über die unerwartete Abendgestaltung und sagt zu. DSG wirft gleich den Backofen an, um die muttertagserprobten Schokomuffins zu backen, DWM plündert DWDs Weinkeller und schon sind sie geschenktechnisch gerüstet.

Auf der Party unterhält DWM sich ganz wunderbar und fühlt sich unter den vielen jungen Leuten nur ganz wenig wie ein Dinosaurier, der vergessen hat, auszusterben. Um halb zehn stellt sie fest, dass sie ihren Sohn schon länger nicht gesehen hat und eilt nach nebenan, wo sie ihn bereits im Bett vorfindet. Nach verabreichtem GuteNachtKuss begibt sie sich wieder ins Partygetümmel, in dem mittlerweile eine Gitarre ausgepackt wurde.

Und dann passiert es: DWM darf Zeugin werden einer Aufführung hoher bayerischer Liedkunst, vergleichbar mit der von Biermösl Blosn, Hans Söllner oder ähnlich kultigen Darbietungen, höchstpersönlich geschrieben vom jetzt selbiges singenden Partygast. DWM ist hin und weg. Ein echter Künstler. Mittlerweile ist ihr Passiv-Bayerisch ausreichend, um dem Liedtext folgen zu können (ganz anders als DWDs, der sich selbst nach zwölf Jahren in den Alpen als vollkommen dialektresistent erwiesen hat).  Soweit DWM sich erinnern kann, handelt der Text von den feucht-fröhlichen Freuden des Feierns und ihren Folgen. Der Refrain geht so schön ins Ohr, dass DWM ihn schon beim zweiten Mal mitsingen kann (die übrigen Partygäste hören das Lied offensichtlich nicht zum ersten Mal und singen in zum Teil erstaunlich hoher Qualität – eine echte Künstlerkolonie in ihrer Einliegerwohnung!). Denn auch der Text ist leicht zu merken, und mit ausdrücklicher Erlaubnis des Künstlers darf DWM ihn hier zitieren:

„Speim, speim, speim dean olle gleich“

(Übersetzung für Leser, die des bayerischen nicht mächtig sind: Die unübliche und meist nicht beabsichtigte Wiedergabe von Gegessenem und Getrunkenem erfolgt bei allen Menschen auf ähnliche Art und Weise.)

DWM feiert mit ihrer Tochter noch bis zwei Uhr, bestens unterhalten von den Musikern, denn es befindet sich noch ein zweiter Gitarrist unter den Gästen und einer schlägt den Takt auf einem Teil, das DWM als Trommel bezeichnen würde, aber sicher einen viel cooleren Namen hat. Trotz Anwesenheit ihrer Tochter trinkt sie nach dem Prosecco noch das ein oder andere Bier und so steht sie heute etwas wackelig auf den Beinen (der Frühheimkehrer DSB hat sie gnadenlos um halb sieben geweckt) und wird vom Ohrwurm verfolgt:

„Speim, speim, speim dean olle gleich!“

(DWM bittet ihre Leser um Verzeihung für die ungewohnt unflätige Wortwahl, aber immerhin handelt es sich um Kunst und die muss schließlich richtig zitiert werden)

Der Künstler ist im richtigen Leben übrigens Krankenpfleger und DWM hofft, sollte sie je wieder ins Krankenhaus kommen, von einem solchen musikalisch unterhalten zu werden, das würde die Heilung mit Sicherheit beschleunigen.

EU-weite Harmonisierung auf WIRKLICH wichtigem Gebiet

Nun hat DWM ja schon in Jugendtagen ihre politischen Ambitionen begraben. Während der Schulzeit war sie noch unschlüssig, ob sie Unterrichtsminister werden soll, um durch komplette Reformierung des Schulsystems die Pfeifen unter den Lehrern zu eliminieren oder Umweltministerin, um die Welt zu retten. Oder ob durch den Erziehungseffekt, den sie als Unterrichtsminister erzielen würde, letzteres quasi als Draufgabe sich selbst erledigen würde.

Spätestens auf der Uni hat sie die Sinnlosigkeit ihres Ansinnens erkannt und ihre grünen Aktivitäten auf das eigene Verhalten beschränkt.

Heute fährt sie mit dem Auto zur Arbeit und ist nicht einmal mehr in der Elternvertretung aktiv.

Trotzdem wird sie noch manchmal völlig unmotiviert von Ideen verfolgt, wie man es besser machen könnte. Als überzeugte Europäerin würde sie diesmal gern einen Beitrag leisten für die Einigkeit der Union, auch wenn diese an anderen Ecken gerade am Bröseln ist.

Da sie an der Grenze lebt und in der Prä-Euro-Zeit immer zwei Portemonnaies zum Einkaufen mitnehmen musste, ist sie schon allein aus praktischen Gründen eine Verfechterin der gemeinsamen Währung. Heute hätte sie aber einen Vereinheitlichungsverschlag von ganz anderer Qualität zu bieten:

Nun wird diese wunderbare Woche ja durch einen Feiertag versüßt, was im Haushalt der Desperates aber manchmal zu Konfusion führen kann. Ist das jetzt ein Feiertag nur in Österreich? Oder nur in Deutschland? Oder nur in Bayern? Einen kleinen Anhaltspunkt in dieser Frage liefert die Tatsache, ob DWD seine Praxis aufsperrt oder nicht. Aber selbst das ist keine Garantie, denn manchmal arbeitet DWD auch an Wochenenden. Dann gibt es noch so grandiose Semi-Feiertage, die dem Großteil der arbeitenden Bevölkerung verwehrt bleiben, für Schüler aber unterrichtsfrei sind.

In dieser Woche kann DWD mangels Anwesenheit ohnehin keine feiertagstechnische Entscheidungshilfe liefern. Damit DWM die Kinder nicht irrtümlich in die Schule schickt oder zu Hause lässt, obwohl sie dort erscheinen hätten müssen, befragt sie einen bayerischen Arbeitskollegen.

Wie wäre es, wenn die Feiertage der EU-Länder vereinheitlicht würden? Und damit auch kein Land sich benachteiligt fühlt, werden einfach alle Feiertage in allen EU-Ländern gefeiert!

Das hätte nicht nur praktischen, sondern auch emotionalen Wert, denn für Österreich hat z.B. die deutsche Wiedervereinigung durchaus Auswirkungen und somit wäre es nur fair, diesen Tag auch gebührend zu begehen: Mittlerweile muss man sich mit dem Personal auf den Skihütten nicht mehr radebrechend unterhalten, weil das Deutsch aus den neuen Bundesländern selbst von Österreichern ganz gut verstanden wird.

Derlei Beispiele ließen sich sicher für viele Länder finden und in diesem Sinne: DWM for President!

Häuslicher Kommunismus

DWM hat es ja wirklich nicht einfach, wenn sie stylingtechnisch von der Kompetenz ihrer Tochter profitieren möchte. Die Schuhe sind zu groß, die Hosen zu klein und die T-Shirts zu eng.  Da bleibt außer Tüchern, Gürtel, Uhren, Handtaschen und MakeUp nicht viel übrig 🙂

Außerdem muss sie warten, bis DesperateSchoolGirl morgens aufgebrochen ist, bevor sie sich an deren Schrank bedienen kann. Umgekehrt bleibt für DSG nicht viel abzustauben, denn mit dem Business-Style für die Arbeit kann sie nicht viel anfangen (DWMs Kleidungsstil war für DSG seit jeher ein abschreckender Grund, um Mamis Berufsweg NICHT einzuschlagen) und zu Hause  läuft DWM eher underdressed rum.

Nun ist DWM ja nicht gerade mit einem ausgeprägten Ordnungssinn gesegnet und beginnt mit dem Einsammeln der notwendigen Teile erst kurz vor dem Aufbruch ins Büro. Da sie verkehrsbedingt etwas später fährt, hat sie nach dem Aufbruch der Familie noch Zeit dafür. Nur das Anrufen des eigenen Handys muss sie erledigt haben, bevor der letzte Handybesitzer das Haus verlassen hat. Als letztes werden naturgemäß die Schuhe gesucht. DWM weiß, dass ihre Tochter sich zu Hause manchmal übungsweise in ihre HighHeels zwängt, damit sie nicht zu ungraziös daherstelzt , sollte sie sich entschließen, ihre Absatzhöhe mal zu variieren.

Als DWM an diesem Morgen ihre Schuhe nicht findet, ist dafür schnell eine Schuldige gefunden:  Die wurden sicher wieder von DSG getragen! Nachdem sie an den üblichen verdächtigen Orten nicht fündig geworden ist, bricht sie mit flachen Schuhen zur Arbeit auf.

DSG fühlt sich nicht nur ungerecht behandelt, sie ist es auch, als DWM sie am Nachmittag wegen der verschwundenen Schuhe zur Rede stellt. DWM hatte am Vortag über den Terrasseneingang das Haus betreten und dort ihre Schuhe stehen gelassen.

Es ist vollbracht

Jetzt ist es endlich so weit. Nachdem DWM sich hier schon mehrmals geoutet hat mit negativen Eigenschaften von Erziehungsstil bis handwerkliche Faulheit Ungeschicklichkeit, wird das Outing heute eine ganz neue Qualität erfahren. DWM hat an einer Ess-Störung gelitten.  Angefangen hat es ganz harmlos mit einer Diät. Und dann noch einer. Und noch einer. Mit reichlich JoJo dazwischen. Jetzt wisst ihr auch, warum unter den zahlreichen Fronten, an denen DWM kämpft, die Diät-Front nicht dabei ist. Diese Front hat sie nämlich aufgegeben. Kampflos. Nachdem sie jahrelang von dieser Front beherrscht worden war. Sie begab sich auf eine Reise von den Diäten zu einer Ess-Störung bis hin zu einer beginnenden Depression. Die Rückreise war eine sehr mühevolle, von Rückschlägen gekennzeichnete Angelegenheit, aber DWM ist stolz darauf. Deshalb musste sie das Ganze auch schreibend verarbeiten.

Aus Gründen, die ihr selbst unerklärlich sind, ist DWM in den letzten zwei Jahren das dringliche Gefühl nicht losgeworden, diese Verarbeitung auch anderen zugänglich machen zu müssen. Was sie hiermit erledigt hat:

http://www.amazon.de/Essen-frisst-Seele-auf-ebook/dp/B0080CYRCM/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1336203914&sr=8-1

Da sie hofft, dass ihre Leser hier mit diesem Thema nichts am Hut haben, werden sie auch an der jetzt veröffentlichten Geschichte kein Interesse haben, aber vielleicht kennen sie ja jemanden, der jemanden kennt, der jemanden kennt, der es brauchen kann.

Und eines ist gewiss: die nächste Geschichte von DWM wird wesentlich lustiger sein, es brennt sie schon in den Fingern, sie in die Tastatur zu klopfen.