DesperateWorkingMum alias SingleParentMum

Da DWM nach ihrem kryptischen Abschiedspost ein paar besorgte Mails erhalten hat, fühlt sie sich verpflichtet, hier ein wenig für Transparenz zu sorgen. Ausserdem hat sie heute beschlossen, dass das Leben irgendwann weitergehen muss. Wann auch immer. Wie auch immer.

Die gute Nachricht: Alle Desperates sind gesund. Zumindest physisch. Doch DWMs Seele ist leider arg mitgenommen nach den Ereignissen der letzten Wochen und auch die der Kinder sind nicht mehr unversehrt.

DWD wird hiermit ein letztes Mal als solcher bezeichnet, denn nach dem Urlaub wird er aus dem Familiendomizil der Desperates ausziehen. Entweder in eine eigene Wohnung oder zu seiner jüngeren Freundin. Ja, jetzt ist der werte Leser im Bilde. Vielen Dank für die gedrückten Daumen, aber leider wird das Unvermeidliche seinen Lauf nehmen. Noch bezeichnet DWD seinen Auszug als vorläufig, aber die Chancen auf eine Beziehungsfortführung selbst als gering.

DWM möchte hier keinesfalls alle Schuld auf ihren Noch-Ehemann laden, auch wenn die Vesuchung besteht, sich hier in einem günstigen Lichte präsentieren zu wollen. Aber leider weiss sie um ihre Verfehlungen der letzten Jahre und das vergrößert nur den Schmerz.

Wie soll DWM weiter vorgehen? Über die Trivialitäten des Alltags hier zu bloggen fällt ihr schwer, in den letzten Wochen sind selbige ziemlich unbemerkt an ihr vorübergezogen. Die Kinder mussten sich weitgehend selbst versorgen (gottlob war schon Notenschluss und an der Schulfront war DWM nicht mehr gefordert), in der Arbeit war sie immerhin noch physisch anwesend. Dabei gäbe es gerade von dieser Front große Neuigkeiten zu berichten, DWMs Unternehmen steht unmittelbar vor einer Fusion, ihr Job  wird eines der ersten Opfer sein, sie wird sich neu orientieren (müssen). Nicht nur Alleinerzieher, sondern arbeitsloser Alleinerzieher.

A propos: soll sie ihren Blog umbenennen in SingleParentMum?

Fragen über Fragen, auf die sich irgendwann Antworten finden werden, auch wenn DWM es sich derzeit noch nicht vorstellen kann. Wie soll sie ihr Leben organisieren, das seit Geburt des ersten Kindes ausgerichtet war auf das Modell „beide machen beides“? Wie mit dem Schmerz leben lernen? Wie mit den Selbstvorwürfen umgehen, dazu beigetragen zu haben, die Kinder mit solch einer Hypothek ins Lebe zu schicken?

Eines liegt ihr noch am Herzen: Liebe Working- und andere Mums da draußen, macht nicht den selben Fehler wie DWM, vernachlässigt niemals die Beziehungsfront!

 

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19 Gedanken zu „DesperateWorkingMum alias SingleParentMum

  1. Oh wie bekannt mir das vor kommt ! Ich bin zwar nicht workingmum aber mum….und seit Anfang des Jahres alleinerziehend….Mittlerweile wieder mit nem neuen Mann aber das Leben als Patchwork ( ja auch mein Ex-Hex hat eine neue Frau inkl gemeinsames Baby) Familie ist so gar nicht einfach…..Ich drück dich !

    • Liebe Maike, vielen Dank fürs Drücken, das tut so gut in diese Situation! Da ich mein Leben schon bisher als komplex betrachtet habe, erscheint mir Patchwork schier unorganisierbar! Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, in meinem Alter noch einen Mann zu finden, wo ich gerade von meinem 11 Jahre älteren gegen eine Jüngere getauscht wurde!

  2. Liebe DWM,

    nein, behalte den Namen – das bist du. Wäre mein Rat. Auch ohne Gatten wirst du bleiben, was dich ausmachte, wenn auch in veränderter Form. Und ich bin froh, dass du wieder schreibst. Es kann einem schon gelegentlich die Sprache verschlagen. Das kenne ich.

    Willkommen bei den Alleinerziehenden mit Grips. Das ist keine schlechte Gesellschaft. 😉

    Ich habe übrigens mindestens 3 Mal pro Woche hier reingeguckt und gehofft, dass du ein Lebenszeichen sendest. Schreib, DWM, schreib! Was hast du zu verlieren?

    Herzlich, Christine

  3. Oh Du Liebe,
    alles Gute wünsche ich Dir – wär auch geschockt, wenn es bei mir mal so kommen sollte und vermutlich im ersten Augenblick hilflos ob der schier unüberschaubaren Zahl an zusätzlichen Aufgaben, die einen dann zumindest zeitweise ereilen.
    Aber ich bin sicher, Du bist schon am organisieren und machen und kriegst das hin.

    Wie reif von Dir, Gründe für das Scheitern auf beiden Seiten zu sehen. Mir persönlich ist Austausch gegen eine Jüngere immer furchtbar unsympathisch und ich bin voll auf Deiner Seite :-
    )

    Kirsten

  4. Tut mir sehr leid, dies zu hören – besonders wenn Kinder involviert sind, ist eine Trennung furchtbar. Jetzt gibt es nur eins: durchhalten und das Beste aus der Situation machen, so schwer das auch klingt und sein wird. Ein Freund sagte mir mal: Manchmal fährt man durch einen Sturm und alles was man tun kann ist weiterfahren, da man das Wetter nicht kontrollieren kann und es auch nicht besser wird, wenn man anhält….

  5. Liebe DWD
    Oh! Autsch, das tut mir leid.
    Alles was ich schreiben möchte klingt so furchtbar platt abgedroschen, darum lese ich und schreibe nicht – bitte schreiben Sie weiter, das machen Sie klasse. Fühlen Sie sich mal herzlich gedrückt.
    Wünsche Ihnen die Kraft, das Chaos zu bewältigen – willkommen in Ihrem neuen Leben!
    LG Confu
    Ps Danke für Ihr Posting, Bin die Zeit um Ihren Blog herumgeschlichen
    und mich gefragt wie es geht.

  6. Liebe DWM,
    danke für den Mut, auch hier weiter zu schreiben. Es ist schlimm, erst mal alleine mit den Kindern da zu stehen, und sich und das ganze Leben neu erfinden zu müssen. Sicherlich ist es eine Hypothek für die Kinder, andererseits, was geben wir den Kindern mit, wenn wir uns solchen Situationen nicht stellen würden und sie nur diese merkwürdige Stimmung zu Hause mitnähmen? Sie und die Kinder werden es überstehen, auch wenn es einige Zeit dauern wird. Und irgendwann wird vielleicht auch wieder ein Mann auftauchen, der zu Ihrem neuen Leben passt.
    (Ich habe das vor 13 Jahren erlebt, also willkommen im Club!)
    Ich wünsche Ihnen ganz viel Kraft und Mut für die kommende Zeit, fühlen Sie sich gedrückt
    Liebe Grüße
    Petra

    • Liebe Petra,
      vielen Dank, es freut mich besonders, von Überlebenden solcher Situationen zu hören – obwohl es statistisch gesehen viele davon gibt, kenne ich nur wenige persönlich, ich muss jetzt meine Insel der Seligen verlassen und schauen, wo es mich nach dem Schiffbruch hintreibt…

  7. Liebe DWM,
    auch ich bin sicher: du schaffst das!!!!!
    Im Gegensatz zu anderen Kommentatorinnen bin ich aber der Meinung: Mach Schluss mit DWM. Ein neues, anderes Leben. Ein neuer, anderer Blog! Ein Neuanfang! Auf allen Ebenen.
    Du schreibst so toll, mach bitte weiter. (Vergiß aber nicht, uns deine neue Bloganschrift mitzuteilen)
    Alles Liebe aus dem Hühnerstall
    wh
    .

    • Mein liebes Huhn,
      vielen Dank besonders für das Kompliment an meine Schreibe, wenn ich das hier hinter mir habe, gibts wenigstens Stoff für ein neues Buch 🙂
      Ob und wann ich mich von DWM trenne, kann ich noch nicht sagen. Erst mal bin ich froh, diesen Teil meiner Persönlichkeit nach der Pause wiedergefunden zu haben, denn das Schreiben und vor allem der Zuspruch der Leser gibt mir Kraft – aber das ginge natürlich auch unter einem anderen Namen.

  8. Liebe DWM,
    ich lese dich so gern -immer wieder. Und habe auch an dich gedacht. Ist irgendwo ein Virus? Auch ich werde gerade kräftig vom Schicksal durchgeschüttelt. Trennung hier ausgesprochen, spielen wir Mikado – wer zuerst auszieht hat (die Kinder) verloren. Ekelig. Und dabei (auch desperate) freiberuflich arbeiten, Aufträge an Land ziehen, trotzdem kreativ arbeiten, finanzielle Basis (für Miete einer eigenen Wohnung) schaffen. Und dabei den Alltag mit Kinder auch zu wuppen. Oh ja – Stoff für ein Buch – desperate, working, mother, Trennung. :o(

    Lieben Gruss,
    von Silke (die weiterhin gern von dir und deinem Weg) lesen möchte!!!!!

    • Liebe silke, das tut so gut zu lesen, dass man nicht die einzige ist mit solchen problemen und beschaemt mich auch ein wenig, derart in selbstmitleid und selbstvorwuerfen gebadet zu haben, dass diese urlaubssituation leider voellig eskaliert ist. Wir koennen uns gern auch per mail austauschen, mich interessiert sehr, wie andere diese situation meistern
      Alles liebe und viel kraft!
      Dwm

  9. Liebe DWM! Ich bin erstmal froh, dass immerhin alle gesund sind, aber natürlich fühle ich mit dir! Auch, wenn ich in meiner Unerfahrenheit nur sehr eingeschränkt mitleiden kann. Ich wünsche dir ganz viel Kraft für die kommende Zeit!!

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