Firmensommerfest – die Entscheidungsfindung

Nun versucht DWM ja wohldosiert umzugehen mit der Teilnahme oder Absage an Firmenevents und da es derer in ihrem Unternehmen viele gibt, ist das nicht immer so einfach. Das Dachterassensommerfest war immer einer ihrer Favoriten und wurde daher wenn möglich auch besucht. Man geht an einem Freitag direkt nach der Arbeit hin – die einen früher, die anderen später – und steht daher nicht vor der weltbewegenden Frage: „was ziehe ich an?“. Genaugenommen steht man morgens vor der Arbeit davor, aber da DWM um diese Zeit noch nicht voll funktionsfähig ist, kann sie auch dieses Problem nicht in seiner ganzen Tragweite erfassen. Sie zieht sich büromäßig an und denkt im besten Fall noch an eine warme und/oder Regenjacke, da es zum Sommerfesttermin traditionellerweise schlechtes Wetter gibt.

Der nächste Vorteil des Sommerfestes besteht darin, dass man nicht übernachten muss. Zumindest ist es nicht vorgesehen, auch wenn es Gerüchten zufolge schon passiert sein soll.

Nicht zu unterschätzen ist auch die Speisekarte dieser Veranstaltung: Schweinsbraten mit Kraut und Knödeln. DWM bleibt somit jeglicher Buffetwahnsinn erspart, dem sie sich auch nach jahrelangem Training nicht gewachsen fühlt. In ihren essgestörten Zeiten hat sie sich mit Salat und gedünstetem Gemüse begnügt, um dann zu Hause ein Glas Nutella zu verdrücken. Nachdem sie diese kulinarisch und auch sonst oft traurigen Jahre hinter sich gelassen hat, erliegt sie heute meist einem Buffet-Syndrom, zu dem ihre Eltern gesagt hätten: „Die Augen sind größer als der Magen.“ (Einer der idiotischen Sprüche, die sie bis an ihr Lebensende verfolgen werden). Um nicht alle Welt an ihrem buffettechnischen Unvermögen optisch teilhaben zu lassen in Form von Resten auf dem Teller, muss sie selbige vertilgen, auch wenn´s nicht mehr schmeckt. Schließlich kann man doch nicht das Buffet verlassen, ohne zumindest alle Hauptgericht zu probieren, wer weiß, was einem sonst entgangen wäre! Der Schweinsbraten auf dem Sommerfest wird zwar ebenfalls am Buffet dargereicht, aber da die erste Scheibe wahrscheinlich auch nicht anders schmeckt als die dritte, schafft DWM hier eine adäquate Portionierung.

Auch das Bier muss selbst gezapft werden und wenn man sich strategisch günstig – oder ungünstig, das hängt sehr vom persönlichen Standpunkt ab – auf der Bank positioniert, schafft man den Abend ohne Alkoholvergiftung. Da sich aber immer wieder nette Kollegen für die Versorgung finden, ist auch ein Pegel gewährleistet, der den Abend erträglich macht.

Ein weiterer Vorteil ist die geografische Lage. Das Auto steht fünf Stockwerke tiefer und wenn man sich strategisch günstig positioniert hat, kann man damit noch nach Hause fahren. Natürlich nur, wenn man so doof ist wie DWM manchmal und dann die angeheiterten Kollegen in nüchternem Zustand ertragen muss. Was sie diesmal nicht tun wird.

Anders als bei der Weihnachtsfeier, wo man auf Gedeih und Verderb dem Bus ausgeliefert ist, um in die Stadt zurückzukommen, steht einem hier die gesamte städtische Infrastruktur zur Verfügung:

a) Bushaltestelle, falls man es so früh schafft, dass der auch noch fährt.

b) Bushaltestelle, falls man so lange bleibt dass der schon wieder fährt

c) Taxistandplatz für den Fall, dass a und b negativ beantwortet wurden.

DWM macht also brav ihr Kreuzchen unter „Teilnahme ja“ und blickt gespannt dem Sommerfest und dem heurigen Skandal entgegen, in der Hoffnung, dass sie es nicht selbst sein wird.

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2 Gedanken zu „Firmensommerfest – die Entscheidungsfindung

  1. Liebe DWM, und ich blicke gespannt deinem Bericht über diese Feier entgegen – als skandalerprobte Leserin, die auf den beiden Sommer- und Weihnachtsfesten, auf denen sie gerade schwanger war, einen sehr guten Eindruck gemacht hat – und sich ziemlich langweilte 🙂
    Viel Spass! LG, Christine

    • Liebe Christine,
      vielen Dank, aber jetzt hat es total wetterberichtunkonform gerade angefangen zu regnen (der Meteorologe hatte wohl nicht an unser Sommerfest gedacht) und indoor ist es meist nicht so lustig – aber es sind ja noch ein paar Stunden bis dahin…
      Meine schwangeren Feiern waren auch die unlustigsten, aber auch mal interessant, das als Außenstehender zu beobachten
      lg DWM

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