Wer DWM früher war – das alte „About“

DesperateWorkingMum – kurz DWM – ist ständig auf der Suche nach der richtigen Balance zwischen Arbeit, Familie und sich selbst. Bis vor kurzem war sie auch überzeugt davon, in einem ganz gut ausbalancierten Zustand zu leben. Was fürwahr nicht einfach ist, denn die Anforderungen der Familie verändern sich noch rascher als die der Arbeit, sodass DWM manchmal fast schon mehr Zeit ins Kalibrieren stecken muss als in die Tätigkeiten selbst. Da kann man schon mal verzweifeln.

Ganz abgesehen vom ganz normalen Wahnsinn, der sich aus dem Zusammenleben mit den restlichen Desperates ergeben kann: DesperateWorkingDad gibt schon seit der Geburt von DesperateGirl sein Bestes, damit aus DesperateWorkingMum kein DesperateHouseWife wird. Er kennt DWM oft besser als sie sich selbst und ist überzeugt, dass DWM davon noch desperater würde.

DesperateSchoolGirl steckt mitten in der Pubertät und das ist selbst der lückenhaften Erinnerung von DWM nach zu schließen schon Grund genug, um oftmals desperate zu sein. Zusätzlich muss sie sich mit einer DWM herumschlagen, der jegliches Shopping-Gen fehlt, leider auch das für Handtaschen.

DesperateSchoolBoy ist fröhlich und ausgeglichen, solange keiner etwas von ihm will. Vorausgesetzt er hat immer genug Zeit und Sportgeräte für seine halsbrecherischen Manöver. Da er DWM aber bisher nicht von einer Profikarriere als Freerider überzeugen konnte, besteht sie eisern auf einer schulischen Ausbildung und das kann ihn schon mal ganz desperate machen.

Ein einschneidendes Erlebnis in der Arbeit stellte die bisherigen Kalibrierungen plötzlich in Frage und bewog DWM, einen weiteren blog zum vielstrapazierten Thema “Beruf und Familie” zu eröffnen. Das Erlebnis der besonderen Art und seine Folgen könnt ihr unter “(Karriere)Arbeitsfront” und “desertieren?” mitlesen.

DWM ist wieder da oder: Die Hoffnung stirbt zuletzt

Falls es in der Blogosphäre jemanden gibt, der sich noch an DWM erinnern kann: Sie hat heute ihr ganz persönliches Neujahr mit entsprechend guten Vorsätzen zelebriert von denen da einer lautet: du sollst wieder bloggen.

Falls sich der eine oder andere Neuankömmling auf diese mittelalterlichen Seiten verirrt (ja, auch ein zeitgemäßeres Design wird Teil ihrer guten Vorsätze sein, doch man soll es am Anfang ja bekanntlich nicht übertreiben und Rom wurde auch nicht an einem Tag gebaut und fürs erste tut DWM ihrer Seele mit Schreiben mehr Gutes als mit dem administrativem Kram): Unter „Archiv“ kann man lesen, wer DWM früher war und was ihre Beweggründe für diesen Blog waren, während DWM ihre Leser auf der Seite „About“ ihre Leser über die Entwicklungen der letzten drei Jahre im Zeitraffer updated.

In diesem Sinne: auf ein Neues!

Jugendschutz

Jetzt muss DWM sich mal zu einem Thema auf eine Art und Weise äußern, die ihr nicht nur Zustimmung bringen wird. Eines deshalb vorweg: Ja, auch DWM hält Jugendschutz für wichtig. Aber wie so vieles auf der Welt passt er nicht für ihre Tochter. Was passt überhaupt für ihre Tochter? Die Vorschriften für den Einschulungstermin taten es nicht, aber hier war es mit einigem Auffwand immerhin möglich, selbige zu umgehen und DSG mittels IQ-Test und psychologischem Gutachten zur Zufriedenheit aller ein Jahr früher in die Schule gehen zu lassen. Aber mit IQ-Test und psychologischem Gutachten wird sie bei den Türstehern der Clubs wahrscheinlich nicht viel Erfolg haben.

DWM weiss, dass sie ihrer Tochter vertrauen kann. Sie hat sie allein um die halbe Welt fliegen lassen, ist mit ihr gemeinsam durch British Columbia gereist und hat sie als umsichtige Reispartnerin genossen. DSG meldet sich zuverlässig bei jeder Art von Zwischenfällen, die ein verspätetes Erscheinen zur Folge haben werden. In den Ferien schmeisst DSG den Haushalt und DWM genießt ein frisch gekochtes Essen, wenn sie von der Arbeit kommt. Als DWM im Vorfeld ihres Auslandssemesters per Skype von der kanadischen Gastmutter nach den Regeln befragt wurde, die für DSG zu hause gelten, war sie ein wenig ratlos. Mit DSG zusammenleben ist wie mit einer Erwachsenen zusammenleben.

Und selbst dem Thema Alkohol nähert sich DSG mit der ihr eigenen wissenschaftlichen Herangehensweise. Ja, DWM hat DSG schon im Alter von 14 Jahren Alkohol trinken lassen. Entwicklungstechnisch ist DSG weit über 14 und DWM steht auf dem Standpunkt, dass der Umgang mit Alkohol gelernt werden sollte, weil es nun mal die hierzulande gesellschaftlich anerkannte Droge ist  und außerdem auch noch wunderbare Geschmackserlebnisse bieten kann. DSG verfügt über einen sehr feinen,ausgeprägten Geschmackssinn und freut sich, wenn DWM sie an ihrem Wein riechen und nippen lässt. Sie interessiert sich für Traubensorten, Anbaugebiete und Ausbautechniken und möchte gern ein Weinseminar machen. Bier schmeckt ihr noch nicht, aber das hat auch DWM erst mit 19 zu schätzen begonnen. Nur die besorgte Frage „Mama, wie viel kann ich trinken, bevor ich betrunken bin?“ kann DWM nicht zufriedenstellend beantworten. Hier wird nur ein Selbsttest helfen, der hoffentlich zu Hause durchgeführt werden wird🙂

Als jetzt der 15. Geburtstag nahte, warf das jede Menge Probleme auf. Denn für all ihre Freundinnen war es der 16, der die Tore der Clubs öffnet. Zwei weitere Freundinnen haben an diesem Wochenende Geburtstag, es sollte nach einer häuslichen Vorfeier in einen nahegelegenen Club gefahren werden. DWM wälzt Problemlösungsstrategien mit ihrer Tochter. Einen Ausweis fälschen? Sich den Ausweis einer älteren Freundin besorgen, die ihr einigermaßen ähnlich sieht? Schließlich die ultimative Eingebung: DWM und DSG werden gemeinsam die Security passieren, danach wird DWM sich unauffällig in den weitläufigen Räumlichkeiten aufhalten. Sie studiert die Einlassbedingungen im Internet: ab 16 Jahre mit Ausweis, abgewiesen werden Personen, die offensichtlich jung sind und keinen Ausweis dabei haben, sowie Personen, die in irgendeiner Weise nicht zur Gästeschicht passen. Das könnte allerdings der Knackpunkt für DWM werden, denn schon ihre über20jährigen AuPairs haben diesen Club ob seiner jungen Gästestruktur gemieden. Möglicherweise wird der Betreiber von seinem Hausrecht Gebrauch machen einer Frau den Einlass verwehren, die aussieht, als würde sie hier ihre Enkel suchen. DWM überlegen sowohl eine telefonische Vorab-Klärung des Problems als auch einen Probebesuch, als das Problem sich von selbst löst. Der Clubbesuch wird abgesagt, es gab eine Dreifach-Party im Haus der Desperates, DWM konnte sich auch vom verantwortungsvollen Umgang der Gäste mit Alkohol überzeugen, was ihr ganz lieb war, denn ein wenig mulmig war ihr ob der Verantwortung schon gewesen, da sie nicht wussten, ob die 15 Gäste ähnlich gut damit umgehen können, wie ihre Tochter. 

Eine Woche später stellt sich das Problem in abgeschwächter Form: in einem ländlichen, abgelegenen Lokal findet die Jahrgangstufenfeier der Schule statt und – DSG ist wieder mal zu jung. Diesmal kommen allerdings noch zwei Mädls mit, die erst im Laufe des Jahres 16 werden. Gerüchten zufolge gibt es in diesem Lokal einen Eingang über den Zaun für diese Zielgruppe und DWM kutschiert ein Auto voll aufgeregter Mädls zu diesem verbotenen Event. Sie versprechen um 24 Uhr den Nachtschwärmer in den Ort zu nehmen (nur Gäste über 16 dürfen länger als bis Mitternacht bleiben, deswegen gibt es um diese Zeit auch einen Bus, aber was ist mit denen, die gar nicht erst hier sein dürften? ist es dann ohnehin schon egal, wie lange sie bleiben?)

DWM fährt in ihr leeres Haus zurück und fühlt sich sonderbar. DSB im Trainingslager, DSG auf ihrer ersten Feier-Nacht abseits von privaten Parties, sie wird danach bei ihrer Freundin übernachten. Nach dem zweiten Krimi um 0.37 kommt schon die SMS : „Bin heil wieder zurück. Wir haben die ganze Zeit getanzt“.  DWM freut sich, denn es war kein „Lebenszeichen“ vereinbart gewesen (wie konnte sie das bloß vergessen?), und geht beruhigt zu Bett. Sie freut sich vor allem auch, dass ihre Tochter nicht erwischt wurde, weil sie dann sicherlich Probleme wegen Verletzung der Aufsichtspflicht bekommen hätte, obwohl DSG im Vorfeld gesagt hatte: „nein, Mama, du wusstest von nichts, ich hab dir doch gesagt ich schlaf bei der Freundin“.

DWM erwartet jetzt die virtuellen Tomaten, die es ob ihrer mangelnden Erziehungskompetenz zu diesem Post hageln wird🙂

Zurück zum Start oder wann ist eine Karriere eine Karriere?

Manchmal geht DWM erstaunliche Irrwege, um zu fundamentalen Erkenntnissen zu gelangen. Um Jahre, eigentlich Jahrzehnte später genau dort zu landen, wo sie schon mal war. Der Spruch „wenn es des Richtige gewesen wäre, kommt man an dieser Wegkreuzung wieder vorbei“ (oder zumindest so ähnlich, DWM ist furchtbar schlecht im Zitieren, wenigstens hat sie keinen Doktortitel, der ihr dafür aberkannt werden könnte) bewahrheitet sich für sie auf alle Fälle. Wobei sie sich schon die Frage stellt, wie viele Erkenntnisse sie in ihrem begrenzten Leben noch unterbringen kann, wenn sie so lange dafür braucht.

Gegen Ende des Studiums hatte DWM angefangen, als Werkstudentin in der Softwareentwicklung zu arbeiten. Nachdem sie ihren Abschluss gemacht hatte, wurde sie fix in diesem Unternehmen angestellt, berufliches Leben perfekt auf Schiene gebracht. Dachte sie jedenfalls. Denn zwischen Sponsion und Anstellungsvertrag hatte sie noch genau eine Woche Freiheit zu genießen, was sie auf Teneriffa zu tun gedachte. Und dann passierte es. Die erste von vielen Bauchentscheidungen. DWM lernte den späteren DWD kennen, und verließ seinetwegen ihre geliebte Studienstadt. In der neuen Stadt fand sie Arbeit in der Projektleitung von Softwareprojekten und redete sich ein stellte fest, dass das ohnhin viel cooler sei. Die Dinge nahmen ihren Lauf, mit DWDs tatkräftiger Hilfe schaffte es DWM trotz zweier Kinder beruflich einigermaßen am Ball zu bleiben bis dann das verlockende Angebot kam: eine eigene Abteilung – zwar in einem Fachgebiet, das DWM sich erst aneignen müsste, aber sie lernt ja gern Neues. Der werte Leser kann sich jetzt die Frage stellen, ob das Fachgebiet DWM auch zusagen würde und genau das hätte sie damals auch tun sollen. Hättiwari. Aber zu groß waren die Verlockungen. Welche Verlockungen eigentlich? Dienstreisen erster Klasse statt zweiter Klasse? Den Großteil ihrer Arbeitszeit in tagelangen Meetings zu verbringen, deren Quintessenz man in einer Stunde hätte unterbringen können? Abends vom Vorstand gemeinsam mit anderen wichtigen Leuten zum Essen eingeladen zu werden, während sie viel lieber ihre Kinder geknuddelt hätte? Wie dem treue Leser der ersten Stunde vielleicht noch erinnerlich ist, war es irgendwann vorbei mit den Abteilungsleiterprivilegien und es blieb nur mehr das Fachgebiet übrig, begleitet von der Schmach der Degradierung. DWM fuhr ihren beruflichen Elan auf ein erforderliches Mindestmaß herunter und lastete sich stattdessen mit privaten Projekten aus: Bloggen, eBook, Trennung, Alleinerziehertum.

Bis es irgendwann wieder Zeit für eine Bauchentscheidung wurde: im internen Stellenmarkt wurde eine halbe IT-Stelle ausgeschrieben. DWMs Bewerbung wurde abgelehnt mit der Begründung, sie sei unverzichtbar in ihrer derzeitigen Position. Wie das? Ganz offensichtlich hatte sie sich dort immer noch über Gebühr verausgabt, sonst würde doch solches nicht behauptet werden. Während DWM nach Wochen immer noch versuchte, die ihr wohl angeborene (oder anerzogene? wer weiss das schon) Arbeitsmoral etwas erfolgreicher als beim letzten Mal zu bekämpfen, kommt ein Angebot vom Vorstand: Wenn sie noch interressiert sei, könne sie beides machen, ihre Kinder seien doch schon so groß… DWM kann nicht widerstehen, legt ihre letzten organisatorischen Reserven frei und stockt ihre Arbeitszeit auf 80%, auf von denen sie die Hälfte in der IT verbringen darf.

Um jetzt endlich auf das Thema zurückzukommen: Dort wird DWM versuchen, nach über 20 Jahren wieder Fuss zu fassen in der – richtig geraten! Softwareentwicklung. Die verbliebenen Reste an grauen Zellen werden aktiviert, mal schauen, wie viel nach Stilldemenz und exzessiven Feiern noch übrig ist.

Für die Feststellung, dass eine spannende Aufgabe wichtiger ist als Status, hat DWM Jahre ihres Lebens investiert. Und für die Erkenntnis, dass berufliche Entscheidungen von privaten tunlichst getrennt werden sollten, gar Jahrzehnte. Aber wie immer bleibt DWM der Trost: sie kann immerhin als schlechtes Vorbild für ihre Tochter dienen🙂

Veränderungen oder die Nachteile der Geschwisterliebe

Jetzt ist es also wieder mal so weit. Endlich kann DWM wieder auf so hohem Niveau jammern, dass sie ihre digitale Umgebung daran teilhaben lassen kann. Wobei sie sich schon fragt, warum gerade ihr das zweimal passieren muss. Nein, die Rede ist hier nicht davon, warum sie zweimal von einer Nebenbeziehung überrascht wurde, DWM weiss ganz genau, dass sie diesen Umstand ihrer beinahe grenzenlosen Naivität zu verdanken hat. Diesmal handelt es sich um Umstände, für die DWM höchstens genetischer Natur verantwortlich ist. Wenn überhaupt.

Der aufmerksame Leser dieses Blogs wird schon bemerkt haben, dass DSB – noch mehr als der Rest der Desperates – ein besonderes Naheverhältnis zum Sport hegt. Sehr zum Wohlgefallen von DWM hat er diese Leidenschaft bisher aus Spaß an der Freud gepflegt, denn seit DSGs kurzer aber intensiver Skirennkarriere weiss sie, was es bedeutet, einen Sportler in der Familie zu haben:
– Urlaube werden auf Gletschertrainingslagern verbracht
– verbleibende finanzielle Ressourcen werden in Rennmaterial angelegt
– für mangelnde Pflege desselbigen hagelt es Rügen von den Trainern , daher: nach Absolvieren mehrerer Seminare werden die ohnehin kurzen Nächte vor den Rennen mit Wachs und Kantenschleifer verbracht
– falls sich trotzdem kein Erfolg einstellt, muss die ensprechende Laune abgewettert werden
– falls sich der Erfolg einstellt, muss man bis zur Siegerehrung bleiben und der Rest des Tages ist auch gelaufen.
– an den Wochenenden Tagwache um 5:30, Aufbruch ins Skigebiet, Startnummernausgabe, Warten, Streckenbesichtigung, Warten, Rennen, Zittern auf die Ergebnisse bei Temperaturen um minus 20 Grad
– Stammgast in der Unfallklinik

Glücklicherweise befand DSG nach ein paar Jahren dieses Leben selbst für zu eindimensional. Nach einer Phase der Planlosigkeit (was machen normale Familien an den Wochenden und im Urlaub?) stellte sich also ein mehr oder weniger harmonisches Familienleben ein.

Manche der oben angeführten Einschränkungen rührten daher, dass DSG damals noch zu jung war, um ohne elterliche Begleitung auf Reisen zu gehen. Das wenigstens wird diesmal anders sein. Womit DWM also endlich beim eigentlichen Thema angelangt wäre: Nachdem DSB bisher seine halsbrecherischen Manöver auf dem Snowboard (ich mache den Backflip nur in ganz frischem Powder, versprochen Mama! – DWM konnte sich auf youtoube vom Gegenteil überzeugen) just for fun vollführte, bat er vergangenen Winter darum, erstmals an einem Contest teilnehmen zu dürfen. DWM war skeptisch, sah sie doch wie immer einen Berg von potenziellen Problemen auf sich zukommen. Womit sie natürlich wieder einmal Recht behalten sollte. Unerwarteterweise ergriff DSG für ihren Bruder Partei (nicht bedenkend, dass auch sie von den Folgeproblemen betroffen sein würde): „Mama, das ist unfair! Mir hast du es damals auch ermöglicht.“ DWM, wie immer um höchstmögliche Gerechtigkeit bemüht, faehrt ihren Sohn also persönlich zum Snowpark und unterschreibt das Haftungsausschließungsformular.

Als DSB strahlend den hölzernen Pokal entgegennimmt, ist DWM in erster Linie froh, dass er aus eigener Kraft das Podest erklommen hat, statt im Warteraum der Unfallklinik herumzulungern. Als kurz darauf eine Einladung des bayerischen Snowboardverbandes zu einem Talentsichtungswochenende in der Mailbox landet, weiss DWM: sie hat wieder einmal recht behalten mit ihren Bedenken. Jetzt ist es aber zu spät, denn ihren Sohn nicht mitfahren zu lassen, würde die Probleme höchstens aufschieben oder vielleicht in anderer Form nach sich ziehen. Es kommt wie es kommen muss, DSB wird für talentiert befunden. Da er jedoch nicht so der schulische Überflieger ist, wird sich das mit einem normalen Besuch seiner jetzigen Schule nicht vereinbaren lassen. Ein Wechsel an das nahegelegene Ski- und Snowboardgymnasium wird angedacht. Jetzt sieht auch DSG die Geister, die sie rief: „Ich will nicht, dass DSB weggeht. Dann sind wir keine richtigen Geschwister mehr. Ich will kein Einzelkind sein!“ Weinend verlässt sie das gemeinsame Mittagsmahl. Die beiden hatten schon immer ein enges Verhältnis, das sich durch die Turbulenzen im letzten Jahr noch verstärkt hat. In drei Jahren macht DSG Abi, bald werden sie ihre eigenen Wege gehen. Aber eben bald und nicht jetzt. DWM ist unendlich traurig, sieht sie sich doch außerstande, dieses Problem zu lösen. Sie kann ihre Tochter gut verstehen, hat sie doch selbst genug Probleme mit der Abnabelung. Andererseits kann sie schlecht von ihrem Sohn verlangen, auf diese Chance seiner Schwester zuliebe zu verzichten. DWM, berühmt für schlechtes Gewissen für alle möglichen und unmöglichen Ursachen, findet die Schuld bei sich selbst: sie hat zu wenige Kinder bekommen! Wenn einer weggeht, bleibt kein Geschwisterkind mehr für DSG.

Manchmal fragt DWM sich, ob ihre beiden Kinder überhaupt verwandt sind. Während DSG keine Mühen scheut, um ihren Einserschnitt zu halten und brav ihren Speicher des nutzlosen Wissens füllt, fährt DSB eine gnadenlose Minimalismus-Strategie. Wobei der Grad zwischen minimal und null manchmal außerordentlich schmal verläuft.

Bedingt durch private Aufregungen (nicht nur negative, auch die positiven können zeitraubend sein🙂 ) sah DWM sich genötigt, die schulischen Zügel etwas locker zu lassen und auch DSB ein wenig mehr in die Selbstständigkeit zu entlassen. Das obligatorische „Mama ich kann alles“ wurde nicht mehr gnadenlos überprüft. Ein erster „Erfolg“ der neuen Strategie stellte sich alsbald in Form einer Sechs in Mathematik ein. Outsourcing-Queen DWM zückt die Geldbörse und stellt DSG als Nachhilfelehrerin ein. Gerechtigkeit muss sein und so bezahlt sie brav den Tarif, den DSGs externe Kunden bezahlen. Naja, zumindest beinahe. Und schon wurde aus der Sechs eine Drei. Während DWM noch über die Sinnhaftigkeit einer Erfolgsprämie nachdenkt, flattert schon des nächste Misserfolgserlebnis ins Haus. Hatte DWM gehofft, eine Sechs in Mathematik würde als Exempel auch für andere Fächer reichen, wurde sie von ihrem Sohn eines Besseren belehrt.

Im Allgmeinen schafft DSB die von ihm angepeilte Drei bei Arbeiten, manchmal wird auch eine Vier daraus. In den von ihm eher präferierten Fremdsprachen unterläuft ihm allerdings manchmal auch eine bessere Note, was von ihm mit einem „Mama, ich habe viel zu viel gelernt!“ kommentiert wird. In Französisch, wo er auch noch die Lehrerin mag, was auf Gegenseitigkeit beruht, konnte er im ersten Semester sogar auf beide Schularbeiten mit einer eins aufwarten, was von ihm nicht als Irrtum, sondern mit Stolz aufgenommen wurde, allerdings auch die Einstellung sämtlicher Lernaktivitäten zur Folge hatte. Auf der nächsten kleinen unangekündigten Leistungsfeststellung prangte auch glatt eine Fünf und jetzt sieht DWM sich genötigt, mit ihrem Sohn in den verbleibenden drei Tagen bis zur Schulaufgabe seine Lücken zu schließen, die eher ein kompaktes großes Loch darstellen. Das erste frühlingshafte Wochende verbringt DSG mit ihrer Freundin, während DWM sich – wenigstens auf der Terasse – durch die niederungen französischer Grammatik quält. Ihren Sohn scheint das nicht weiter zu stören, der Optimist vom Dienst kann selbst diesen Fauxpas noch als geniale Strategie verkaufen: „Jetzt habe ich Zeit zum Lernen, weil die Skigebiete ohnehin schon zu haben und so konnte ich den ganzen Winter wenigstens zum Snowboarden nützen.“
N´ est ce pas?

Lebenszeichen

Der eine oder andere mag sich schon gefragt haben, ob es DWM überhaupt noch gibt. Diese Frage kann sie – als gelernte Österreicherin – mit einem entschiedenen JEIN beantworten. DWM in der bisherhigen Form existiert nicht mehr. Und das ist auch gut so. Die Dinge, vor allem beruflicher Natur, die sie sogar bewogen haben, diesen Blog zu eröffnen, kann sie heute nicht einmal mehr ignorieren. Und das ist auch gut so. Obwohl an der Arbeitsfront nach wie vor der ganz normale Wahnsinn regiert, legt FormerlyDWM dort eine selten zuvor gekannte Containance an den Tag. Ihr Privatleben allerdings bleibt spannend, aber da sie sich entschlossen hat, das allzu Private als solches zu belassen, muss der geneigte Leser sich mit der Versicherung begnügen: es geht ihr gut. mal mehr mal weniger, aber wie ihr hilfsbereite Leser im vergangenen Sommer bereits prophezeit hatten (an dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an alle Kommentatorinnen für die lebensrettenden Maßnahmen!), ist sie gestärkt aus ihren Dramen hervorgegangen und jetzt in der Lage, ihr Leben zu genießen wie selten zuvor. Mal mehr, mal weniger, aber (fast) immer optimistisch. Nur eines hat sie leider noch nicht gelernt: Aus einem Tag mehr als 24 Stunden herauszuquetschen, obwohl das in ihrem neuen Leben notwendiger wäre als je zuvor. Falls sie doch noch eine Lösung für das Problem finden sollte, wird sie hier auch wieder öfter posten, denn aus wenn sie sich über den alltäglichen Wahnsinn nicht mehr so echauffieren kann wie früher, so verlangt er ihr doch noch den einen oder anderen Schmunzler ab, den sie vielleicht mit ihren Lesern teilen möchte.

Bis dahin bleibt ihr nur noch einen Dank für die Aufmunterungen der letzten Monate und eine Entschuldigung für ihr langes Stillschweigen auszusprechen.

DWM ist tot, es lebe DWM!