DWM ist wieder da oder: Die Hoffnung stirbt zuletzt

Falls es in der Blogosphäre jemanden gibt, der sich noch an DWM erinnern kann: Sie hat heute ihr ganz persönliches Neujahr mit entsprechend guten Vorsätzen zelebriert von denen da einer lautet: du sollst wieder bloggen.

Falls sich der eine oder andere Neuankömmling auf diese mittelalterlichen Seiten verirrt (ja, auch ein zeitgemäßeres Design wird Teil ihrer guten Vorsätze sein, doch man soll es am Anfang ja bekanntlich nicht übertreiben und Rom wurde auch nicht an einem Tag gebaut und fürs erste tut DWM ihrer Seele mit Schreiben mehr Gutes als mit dem administrativem Kram): Unter „Archiv“ kann man lesen, wer DWM früher war und was ihre Beweggründe für diesen Blog waren, während DWM ihre Leser auf der Seite „About“ ihre Leser über die Entwicklungen der letzten drei Jahre im Zeitraffer updated.

In diesem Sinne: auf ein Neues!

Jugendschutz

Jetzt muss DWM sich mal zu einem Thema auf eine Art und Weise äußern, die ihr nicht nur Zustimmung bringen wird. Eines deshalb vorweg: Ja, auch DWM hält Jugendschutz für wichtig. Aber wie so vieles auf der Welt passt er nicht für ihre Tochter. Was passt überhaupt für ihre Tochter? Die Vorschriften für den Einschulungstermin taten es nicht, aber hier war es mit einigem Auffwand immerhin möglich, selbige zu umgehen und DSG mittels IQ-Test und psychologischem Gutachten zur Zufriedenheit aller ein Jahr früher in die Schule gehen zu lassen. Aber mit IQ-Test und psychologischem Gutachten wird sie bei den Türstehern der Clubs wahrscheinlich nicht viel Erfolg haben.

DWM weiss, dass sie ihrer Tochter vertrauen kann. Sie hat sie allein um die halbe Welt fliegen lassen, ist mit ihr gemeinsam durch British Columbia gereist und hat sie als umsichtige Reispartnerin genossen. DSG meldet sich zuverlässig bei jeder Art von Zwischenfällen, die ein verspätetes Erscheinen zur Folge haben werden. In den Ferien schmeisst DSG den Haushalt und DWM genießt ein frisch gekochtes Essen, wenn sie von der Arbeit kommt. Als DWM im Vorfeld ihres Auslandssemesters per Skype von der kanadischen Gastmutter nach den Regeln befragt wurde, die für DSG zu hause gelten, war sie ein wenig ratlos. Mit DSG zusammenleben ist wie mit einer Erwachsenen zusammenleben.

Und selbst dem Thema Alkohol nähert sich DSG mit der ihr eigenen wissenschaftlichen Herangehensweise. Ja, DWM hat DSG schon im Alter von 14 Jahren Alkohol trinken lassen. Entwicklungstechnisch ist DSG weit über 14 und DWM steht auf dem Standpunkt, dass der Umgang mit Alkohol gelernt werden sollte, weil es nun mal die hierzulande gesellschaftlich anerkannte Droge ist  und außerdem auch noch wunderbare Geschmackserlebnisse bieten kann. DSG verfügt über einen sehr feinen,ausgeprägten Geschmackssinn und freut sich, wenn DWM sie an ihrem Wein riechen und nippen lässt. Sie interessiert sich für Traubensorten, Anbaugebiete und Ausbautechniken und möchte gern ein Weinseminar machen. Bier schmeckt ihr noch nicht, aber das hat auch DWM erst mit 19 zu schätzen begonnen. Nur die besorgte Frage „Mama, wie viel kann ich trinken, bevor ich betrunken bin?“ kann DWM nicht zufriedenstellend beantworten. Hier wird nur ein Selbsttest helfen, der hoffentlich zu Hause durchgeführt werden wird 🙂

Als jetzt der 15. Geburtstag nahte, warf das jede Menge Probleme auf. Denn für all ihre Freundinnen war es der 16, der die Tore der Clubs öffnet. Zwei weitere Freundinnen haben an diesem Wochenende Geburtstag, es sollte nach einer häuslichen Vorfeier in einen nahegelegenen Club gefahren werden. DWM wälzt Problemlösungsstrategien mit ihrer Tochter. Einen Ausweis fälschen? Sich den Ausweis einer älteren Freundin besorgen, die ihr einigermaßen ähnlich sieht? Schließlich die ultimative Eingebung: DWM und DSG werden gemeinsam die Security passieren, danach wird DWM sich unauffällig in den weitläufigen Räumlichkeiten aufhalten. Sie studiert die Einlassbedingungen im Internet: ab 16 Jahre mit Ausweis, abgewiesen werden Personen, die offensichtlich jung sind und keinen Ausweis dabei haben, sowie Personen, die in irgendeiner Weise nicht zur Gästeschicht passen. Das könnte allerdings der Knackpunkt für DWM werden, denn schon ihre über20jährigen AuPairs haben diesen Club ob seiner jungen Gästestruktur gemieden. Möglicherweise wird der Betreiber von seinem Hausrecht Gebrauch machen einer Frau den Einlass verwehren, die aussieht, als würde sie hier ihre Enkel suchen. DWM überlegen sowohl eine telefonische Vorab-Klärung des Problems als auch einen Probebesuch, als das Problem sich von selbst löst. Der Clubbesuch wird abgesagt, es gab eine Dreifach-Party im Haus der Desperates, DWM konnte sich auch vom verantwortungsvollen Umgang der Gäste mit Alkohol überzeugen, was ihr ganz lieb war, denn ein wenig mulmig war ihr ob der Verantwortung schon gewesen, da sie nicht wussten, ob die 15 Gäste ähnlich gut damit umgehen können, wie ihre Tochter. 

Eine Woche später stellt sich das Problem in abgeschwächter Form: in einem ländlichen, abgelegenen Lokal findet die Jahrgangstufenfeier der Schule statt und – DSG ist wieder mal zu jung. Diesmal kommen allerdings noch zwei Mädls mit, die erst im Laufe des Jahres 16 werden. Gerüchten zufolge gibt es in diesem Lokal einen Eingang über den Zaun für diese Zielgruppe und DWM kutschiert ein Auto voll aufgeregter Mädls zu diesem verbotenen Event. Sie versprechen um 24 Uhr den Nachtschwärmer in den Ort zu nehmen (nur Gäste über 16 dürfen länger als bis Mitternacht bleiben, deswegen gibt es um diese Zeit auch einen Bus, aber was ist mit denen, die gar nicht erst hier sein dürften? ist es dann ohnehin schon egal, wie lange sie bleiben?)

DWM fährt in ihr leeres Haus zurück und fühlt sich sonderbar. DSB im Trainingslager, DSG auf ihrer ersten Feier-Nacht abseits von privaten Parties, sie wird danach bei ihrer Freundin übernachten. Nach dem zweiten Krimi um 0.37 kommt schon die SMS : „Bin heil wieder zurück. Wir haben die ganze Zeit getanzt“.  DWM freut sich, denn es war kein „Lebenszeichen“ vereinbart gewesen (wie konnte sie das bloß vergessen?), und geht beruhigt zu Bett. Sie freut sich vor allem auch, dass ihre Tochter nicht erwischt wurde, weil sie dann sicherlich Probleme wegen Verletzung der Aufsichtspflicht bekommen hätte, obwohl DSG im Vorfeld gesagt hatte: „nein, Mama, du wusstest von nichts, ich hab dir doch gesagt ich schlaf bei der Freundin“.

DWM erwartet jetzt die virtuellen Tomaten, die es ob ihrer mangelnden Erziehungskompetenz zu diesem Post hageln wird 🙂

Zurück zum Start oder wann ist eine Karriere eine Karriere?

Manchmal geht DWM erstaunliche Irrwege, um zu fundamentalen Erkenntnissen zu gelangen. Um Jahre, eigentlich Jahrzehnte später genau dort zu landen, wo sie schon mal war. Der Spruch „wenn es des Richtige gewesen wäre, kommt man an dieser Wegkreuzung wieder vorbei“ (oder zumindest so ähnlich, DWM ist furchtbar schlecht im Zitieren, wenigstens hat sie keinen Doktortitel, der ihr dafür aberkannt werden könnte) bewahrheitet sich für sie auf alle Fälle. Wobei sie sich schon die Frage stellt, wie viele Erkenntnisse sie in ihrem begrenzten Leben noch unterbringen kann, wenn sie so lange dafür braucht.

Gegen Ende des Studiums hatte DWM angefangen, als Werkstudentin in der Softwareentwicklung zu arbeiten. Nachdem sie ihren Abschluss gemacht hatte, wurde sie fix in diesem Unternehmen angestellt, berufliches Leben perfekt auf Schiene gebracht. Dachte sie jedenfalls. Denn zwischen Sponsion und Anstellungsvertrag hatte sie noch genau eine Woche Freiheit zu genießen, was sie auf Teneriffa zu tun gedachte. Und dann passierte es. Die erste von vielen Bauchentscheidungen. DWM lernte den späteren DWD kennen, und verließ seinetwegen ihre geliebte Studienstadt. In der neuen Stadt fand sie Arbeit in der Projektleitung von Softwareprojekten und redete sich ein stellte fest, dass das ohnhin viel cooler sei. Die Dinge nahmen ihren Lauf, mit DWDs tatkräftiger Hilfe schaffte es DWM trotz zweier Kinder beruflich einigermaßen am Ball zu bleiben bis dann das verlockende Angebot kam: eine eigene Abteilung – zwar in einem Fachgebiet, das DWM sich erst aneignen müsste, aber sie lernt ja gern Neues. Der werte Leser kann sich jetzt die Frage stellen, ob das Fachgebiet DWM auch zusagen würde und genau das hätte sie damals auch tun sollen. Hättiwari. Aber zu groß waren die Verlockungen. Welche Verlockungen eigentlich? Dienstreisen erster Klasse statt zweiter Klasse? Den Großteil ihrer Arbeitszeit in tagelangen Meetings zu verbringen, deren Quintessenz man in einer Stunde hätte unterbringen können? Abends vom Vorstand gemeinsam mit anderen wichtigen Leuten zum Essen eingeladen zu werden, während sie viel lieber ihre Kinder geknuddelt hätte? Wie dem treue Leser der ersten Stunde vielleicht noch erinnerlich ist, war es irgendwann vorbei mit den Abteilungsleiterprivilegien und es blieb nur mehr das Fachgebiet übrig, begleitet von der Schmach der Degradierung. DWM fuhr ihren beruflichen Elan auf ein erforderliches Mindestmaß herunter und lastete sich stattdessen mit privaten Projekten aus: Bloggen, eBook, Trennung, Alleinerziehertum.

Bis es irgendwann wieder Zeit für eine Bauchentscheidung wurde: im internen Stellenmarkt wurde eine halbe IT-Stelle ausgeschrieben. DWMs Bewerbung wurde abgelehnt mit der Begründung, sie sei unverzichtbar in ihrer derzeitigen Position. Wie das? Ganz offensichtlich hatte sie sich dort immer noch über Gebühr verausgabt, sonst würde doch solches nicht behauptet werden. Während DWM nach Wochen immer noch versuchte, die ihr wohl angeborene (oder anerzogene? wer weiss das schon) Arbeitsmoral etwas erfolgreicher als beim letzten Mal zu bekämpfen, kommt ein Angebot vom Vorstand: Wenn sie noch interressiert sei, könne sie beides machen, ihre Kinder seien doch schon so groß… DWM kann nicht widerstehen, legt ihre letzten organisatorischen Reserven frei und stockt ihre Arbeitszeit auf 80%, auf von denen sie die Hälfte in der IT verbringen darf.

Um jetzt endlich auf das Thema zurückzukommen: Dort wird DWM versuchen, nach über 20 Jahren wieder Fuss zu fassen in der – richtig geraten! Softwareentwicklung. Die verbliebenen Reste an grauen Zellen werden aktiviert, mal schauen, wie viel nach Stilldemenz und exzessiven Feiern noch übrig ist.

Für die Feststellung, dass eine spannende Aufgabe wichtiger ist als Status, hat DWM Jahre ihres Lebens investiert. Und für die Erkenntnis, dass berufliche Entscheidungen von privaten tunlichst getrennt werden sollten, gar Jahrzehnte. Aber wie immer bleibt DWM der Trost: sie kann immerhin als schlechtes Vorbild für ihre Tochter dienen 🙂

Veränderungen oder die Nachteile der Geschwisterliebe

Jetzt ist es also wieder mal so weit. Endlich kann DWM wieder auf so hohem Niveau jammern, dass sie ihre digitale Umgebung daran teilhaben lassen kann. Wobei sie sich schon fragt, warum gerade ihr das zweimal passieren muss. Nein, die Rede ist hier nicht davon, warum sie zweimal von einer Nebenbeziehung überrascht wurde, DWM weiss ganz genau, dass sie diesen Umstand ihrer beinahe grenzenlosen Naivität zu verdanken hat. Diesmal handelt es sich um Umstände, für die DWM höchstens genetischer Natur verantwortlich ist. Wenn überhaupt.

Der aufmerksame Leser dieses Blogs wird schon bemerkt haben, dass DSB – noch mehr als der Rest der Desperates – ein besonderes Naheverhältnis zum Sport hegt. Sehr zum Wohlgefallen von DWM hat er diese Leidenschaft bisher aus Spaß an der Freud gepflegt, denn seit DSGs kurzer aber intensiver Skirennkarriere weiss sie, was es bedeutet, einen Sportler in der Familie zu haben:
– Urlaube werden auf Gletschertrainingslagern verbracht
– verbleibende finanzielle Ressourcen werden in Rennmaterial angelegt
– für mangelnde Pflege desselbigen hagelt es Rügen von den Trainern , daher: nach Absolvieren mehrerer Seminare werden die ohnehin kurzen Nächte vor den Rennen mit Wachs und Kantenschleifer verbracht
– falls sich trotzdem kein Erfolg einstellt, muss die ensprechende Laune abgewettert werden
– falls sich der Erfolg einstellt, muss man bis zur Siegerehrung bleiben und der Rest des Tages ist auch gelaufen.
– an den Wochenenden Tagwache um 5:30, Aufbruch ins Skigebiet, Startnummernausgabe, Warten, Streckenbesichtigung, Warten, Rennen, Zittern auf die Ergebnisse bei Temperaturen um minus 20 Grad
– Stammgast in der Unfallklinik

Glücklicherweise befand DSG nach ein paar Jahren dieses Leben selbst für zu eindimensional. Nach einer Phase der Planlosigkeit (was machen normale Familien an den Wochenden und im Urlaub?) stellte sich also ein mehr oder weniger harmonisches Familienleben ein.

Manche der oben angeführten Einschränkungen rührten daher, dass DSG damals noch zu jung war, um ohne elterliche Begleitung auf Reisen zu gehen. Das wenigstens wird diesmal anders sein. Womit DWM also endlich beim eigentlichen Thema angelangt wäre: Nachdem DSB bisher seine halsbrecherischen Manöver auf dem Snowboard (ich mache den Backflip nur in ganz frischem Powder, versprochen Mama! – DWM konnte sich auf youtoube vom Gegenteil überzeugen) just for fun vollführte, bat er vergangenen Winter darum, erstmals an einem Contest teilnehmen zu dürfen. DWM war skeptisch, sah sie doch wie immer einen Berg von potenziellen Problemen auf sich zukommen. Womit sie natürlich wieder einmal Recht behalten sollte. Unerwarteterweise ergriff DSG für ihren Bruder Partei (nicht bedenkend, dass auch sie von den Folgeproblemen betroffen sein würde): „Mama, das ist unfair! Mir hast du es damals auch ermöglicht.“ DWM, wie immer um höchstmögliche Gerechtigkeit bemüht, faehrt ihren Sohn also persönlich zum Snowpark und unterschreibt das Haftungsausschließungsformular.

Als DSB strahlend den hölzernen Pokal entgegennimmt, ist DWM in erster Linie froh, dass er aus eigener Kraft das Podest erklommen hat, statt im Warteraum der Unfallklinik herumzulungern. Als kurz darauf eine Einladung des bayerischen Snowboardverbandes zu einem Talentsichtungswochenende in der Mailbox landet, weiss DWM: sie hat wieder einmal recht behalten mit ihren Bedenken. Jetzt ist es aber zu spät, denn ihren Sohn nicht mitfahren zu lassen, würde die Probleme höchstens aufschieben oder vielleicht in anderer Form nach sich ziehen. Es kommt wie es kommen muss, DSB wird für talentiert befunden. Da er jedoch nicht so der schulische Überflieger ist, wird sich das mit einem normalen Besuch seiner jetzigen Schule nicht vereinbaren lassen. Ein Wechsel an das nahegelegene Ski- und Snowboardgymnasium wird angedacht. Jetzt sieht auch DSG die Geister, die sie rief: „Ich will nicht, dass DSB weggeht. Dann sind wir keine richtigen Geschwister mehr. Ich will kein Einzelkind sein!“ Weinend verlässt sie das gemeinsame Mittagsmahl. Die beiden hatten schon immer ein enges Verhältnis, das sich durch die Turbulenzen im letzten Jahr noch verstärkt hat. In drei Jahren macht DSG Abi, bald werden sie ihre eigenen Wege gehen. Aber eben bald und nicht jetzt. DWM ist unendlich traurig, sieht sie sich doch außerstande, dieses Problem zu lösen. Sie kann ihre Tochter gut verstehen, hat sie doch selbst genug Probleme mit der Abnabelung. Andererseits kann sie schlecht von ihrem Sohn verlangen, auf diese Chance seiner Schwester zuliebe zu verzichten. DWM, berühmt für schlechtes Gewissen für alle möglichen und unmöglichen Ursachen, findet die Schuld bei sich selbst: sie hat zu wenige Kinder bekommen! Wenn einer weggeht, bleibt kein Geschwisterkind mehr für DSG.

Manchmal fragt DWM sich, ob ihre beiden Kinder überhaupt verwandt sind. Während DSG keine Mühen scheut, um ihren Einserschnitt zu halten und brav ihren Speicher des nutzlosen Wissens füllt, fährt DSB eine gnadenlose Minimalismus-Strategie. Wobei der Grad zwischen minimal und null manchmal außerordentlich schmal verläuft.

Bedingt durch private Aufregungen (nicht nur negative, auch die positiven können zeitraubend sein 🙂 ) sah DWM sich genötigt, die schulischen Zügel etwas locker zu lassen und auch DSB ein wenig mehr in die Selbstständigkeit zu entlassen. Das obligatorische „Mama ich kann alles“ wurde nicht mehr gnadenlos überprüft. Ein erster „Erfolg“ der neuen Strategie stellte sich alsbald in Form einer Sechs in Mathematik ein. Outsourcing-Queen DWM zückt die Geldbörse und stellt DSG als Nachhilfelehrerin ein. Gerechtigkeit muss sein und so bezahlt sie brav den Tarif, den DSGs externe Kunden bezahlen. Naja, zumindest beinahe. Und schon wurde aus der Sechs eine Drei. Während DWM noch über die Sinnhaftigkeit einer Erfolgsprämie nachdenkt, flattert schon des nächste Misserfolgserlebnis ins Haus. Hatte DWM gehofft, eine Sechs in Mathematik würde als Exempel auch für andere Fächer reichen, wurde sie von ihrem Sohn eines Besseren belehrt.

Im Allgmeinen schafft DSB die von ihm angepeilte Drei bei Arbeiten, manchmal wird auch eine Vier daraus. In den von ihm eher präferierten Fremdsprachen unterläuft ihm allerdings manchmal auch eine bessere Note, was von ihm mit einem „Mama, ich habe viel zu viel gelernt!“ kommentiert wird. In Französisch, wo er auch noch die Lehrerin mag, was auf Gegenseitigkeit beruht, konnte er im ersten Semester sogar auf beide Schularbeiten mit einer eins aufwarten, was von ihm nicht als Irrtum, sondern mit Stolz aufgenommen wurde, allerdings auch die Einstellung sämtlicher Lernaktivitäten zur Folge hatte. Auf der nächsten kleinen unangekündigten Leistungsfeststellung prangte auch glatt eine Fünf und jetzt sieht DWM sich genötigt, mit ihrem Sohn in den verbleibenden drei Tagen bis zur Schulaufgabe seine Lücken zu schließen, die eher ein kompaktes großes Loch darstellen. Das erste frühlingshafte Wochende verbringt DSG mit ihrer Freundin, während DWM sich – wenigstens auf der Terasse – durch die niederungen französischer Grammatik quält. Ihren Sohn scheint das nicht weiter zu stören, der Optimist vom Dienst kann selbst diesen Fauxpas noch als geniale Strategie verkaufen: „Jetzt habe ich Zeit zum Lernen, weil die Skigebiete ohnehin schon zu haben und so konnte ich den ganzen Winter wenigstens zum Snowboarden nützen.“
N´ est ce pas?

Lebenszeichen

Der eine oder andere mag sich schon gefragt haben, ob es DWM überhaupt noch gibt. Diese Frage kann sie – als gelernte Österreicherin – mit einem entschiedenen JEIN beantworten. DWM in der bisherhigen Form existiert nicht mehr. Und das ist auch gut so. Die Dinge, vor allem beruflicher Natur, die sie sogar bewogen haben, diesen Blog zu eröffnen, kann sie heute nicht einmal mehr ignorieren. Und das ist auch gut so. Obwohl an der Arbeitsfront nach wie vor der ganz normale Wahnsinn regiert, legt FormerlyDWM dort eine selten zuvor gekannte Containance an den Tag. Ihr Privatleben allerdings bleibt spannend, aber da sie sich entschlossen hat, das allzu Private als solches zu belassen, muss der geneigte Leser sich mit der Versicherung begnügen: es geht ihr gut. mal mehr mal weniger, aber wie ihr hilfsbereite Leser im vergangenen Sommer bereits prophezeit hatten (an dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an alle Kommentatorinnen für die lebensrettenden Maßnahmen!), ist sie gestärkt aus ihren Dramen hervorgegangen und jetzt in der Lage, ihr Leben zu genießen wie selten zuvor. Mal mehr, mal weniger, aber (fast) immer optimistisch. Nur eines hat sie leider noch nicht gelernt: Aus einem Tag mehr als 24 Stunden herauszuquetschen, obwohl das in ihrem neuen Leben notwendiger wäre als je zuvor. Falls sie doch noch eine Lösung für das Problem finden sollte, wird sie hier auch wieder öfter posten, denn aus wenn sie sich über den alltäglichen Wahnsinn nicht mehr so echauffieren kann wie früher, so verlangt er ihr doch noch den einen oder anderen Schmunzler ab, den sie vielleicht mit ihren Lesern teilen möchte.

Bis dahin bleibt ihr nur noch einen Dank für die Aufmunterungen der letzten Monate und eine Entschuldigung für ihr langes Stillschweigen auszusprechen.

DWM ist tot, es lebe DWM!

Was sich ändert, wenn sich nichts ändert (2)

Wie im letzten Post erwähnt, misst DWM der Aussage „es wird sich nichts ändern“ wenig Wahrheitsgehalt bei. Da sie in ihrem neuen Leben als Alleinerzieherin mehr denn je auf ihr Gehalt angewiesen ist, versucht sie jetzt die Dinge zu ändern, bevor sie sich von selbst ändern – bzw. von anderen geändert werden. Wobei das ohnehin ich ihrem Naturell entspricht und die Blauäugigkeit sich bisher wenigstens auf den privaten Bereich beschränkt hat. Sofort nach der offiziellen Verkündigung der Nicht-Veränderung schnappt sie sich ihre Zeitaufschreibung des letzten Monats, um selbige bei den Assistentinnen von BigBoss abzugeben. Die Tür zu BigBoss´ Büro ist – wie könnte es anders sein – verschlossen. DWM ist nach der „es-wird-sich-nichts-ändern“ Verkündigung nicht die einzige, die dort vorstellig wird. Sie behält ihren Alibi-Zettel bei sich und schlendert ins gegenüberliegende IT-Büro, um sich dort vor ihrem dreiwöchigen Urlaub zu verabschieden. Danach startet sie einen weiteren Versuch und siehe da, die Tür zum Allerheiligsten steht offen. Der dort Thronende telefoniert zwar, aber DWM tut ihren Audienzwunsch kund, der durch Handzeichen prompt gewährt wird. Nach seinem Telefonat macht BigBoss keine Anstalten, bei seinem offiziellen Text der letzten Stunde bleiben zu wollen, sondern geht genauso wie DWM davon aus, dass ihre Abteilung als eine der ersten der Fusion zum Opfer fallen wird: „Ich hab eh schon an dich gedacht, du hast ohnehin schon mal gesagt, dass du dich gern verändern würdest. Was könntest du dir denn vorstellen?“

Wieder einmal steht die allseits geforderte Mobilität im Raum, als BigBoss ihr einen : „In München hätte ich genug für dich, willst du nicht mitkommen? Ach, dein Mann hat ja seine Praxis hier, nein dann geht das natürlich nicht.“

DWM unterdrückt aufkommenden Unmut, der ihr beim folgenden Gespräch sicher nicht behilflich sein wird. Von ihr würde selbstverständlich Mobilität erwartet, aber hach, der Mann hat sich ja hier die Existenz aufgebaut. Ganz abgesehen davon, dass es den Mann in dieser Form nicht mehr gibt, aber das wird DWM BigBoss ganz sicher nicht auf die Nase binden. In der Tat verhält es sich eher umgekehrt. Gäbe es den Mann in dieser Form noch, könnte DWM sich durchaus vorstellen, zumindest zwei Tage wöchentlich in München zu verbringen. Aber hättiwari bringt sie hier jetzt auch nicht weiter. Sie deponiert ihre beiden Wunschabteilungen, bevor sie sich in den Urlaub verabschiedet. IT oder Produktmanagement und Entwicklung, kurz PME. In ersterer Abteilung hatte sie ihre Laufbahn in diesem Unternehmen begonnen, für letztere hatte sie einmal ein Angebot gehabt, dass sie – auf Anraten von OldBoss – ausgeschlagen hatte. Er hatte vorgehabt, wesentliche Agenden der Abteilung in die IT zu integrieren. Somit könne DWM in der Abteilung verbleiben und werde mittelfristig trotzdem mit diesen Aufgaben betraut werden. Hätte sie damals gewusst, was sie heute weiss, …schon wieder hättiwari. Jedenfalls würde BigBoss niemals seine Liebkind-Abteilung beschneiden und die Machtverhältnisse zwischen BigBoss und seinem jeweiligen VorstandsStrohKollegen dürften ihr doch eigentlich bekannt gewesen sein. Wie dem auch sei, jetzt stellt BigBoss durchaus einen Wechsel in diese Abteilung in Aussicht und mit dieser Perspektive verabschiedet DWM sich in den Urlaub. Ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt.

 

 

Was sich ändert, wenn sich nichts ändert (1)

Nun kommt DWM nicht umhin, sich wieder den Vorgängen in der realen Welt zu widmen (andererseits: was ist schon real? und was erleben wir nur in unserem Kopf? wo ist da die Grenze? aber ich finde, DWM sollte derart philosophische Gedanken den Profis überlassen), nachdem sie sich zwei Monate lang ihrem innersten Weltschmerz hingegeben hat. Aber auch während dieser zwei Monate war die reale Welt nicht angehalten, auch wenn die Vorgänge dort draußen nur sehr rudimentär zu DWM durchdringen konnten. Manche dieser Vorgänge waren und sind von einer Tragweite, dass selbst eine krisengebeutelte, an Liebeskummer leidende, von ihrem Noch-Ehemann psychisch gefolterte DWM sie wahrnehmen musste.

Wie immer werfen große Ereignisse ihre Schatten voraus. Üblicherweise findet nach jeder Aufsichtsratssitzung eine Veranstaltung statt, in der die Mitarbeiter über die dort besprochenen Belange (zumindest jene, die es ins offizielle Protokoll geschafft haben) in Kenntnis gesetzt werden. Diese sogenannte Quartalsrunde findet nach der Kernarbeitszeit statt und die teilnehmenden Mitarbeiter haben sich tunlichst auszustechen, auf das dem Unternehmen auch keine wertvollen Arbeitsminuten durch schlichtes den-Vorständen-lauschen verloren gingen. DWM hat bisher versucht, die Teilnahme oder nicht-Teilnahme wohl zu dosieren. Als sie noch Abteilungsleiterin war, kam sie ohnehin in den fragwürdigen Genuss einer Vorab-Information, und obwohl von den Führungskräften erwartet wurde, dass sie sich trotzdem nochmal dort hinsetzten um den Lobhudeleien und Selbstbeweihräucherungen der Vorstände zu lauschen und ihren Untergebenen ein gutes Vorbild zu sein, die ihre Freizeit vielleicht lieber mit einem Bier oder einer Joggingrunde nach der Arbeit verbracht hätten, befand DWM, dass  ihre Mutterrolle am Abend Vorrang vor der Vorbildrolle habe. Nach ihrer Degradierung strebte die Motivation, entweder trotz Teilzeitvertrag sich auch den Nachmittag im Büro um die Ohren zu schlagen oder am Abend wieder hinzufahren ohnehin gegen Null.

Kurz vor DWMs „Urlaub des Grauens“ passierte etwas so Erstaunliches, dass es sich sogar durch den Nebel der Qualen einen Weg zu DWMs Bewusstsein bahnte: Eine Einladung zur Quartalsrunde flatterte in DWMs Inbox, prinzipiell nichts Außergewöhnliches, da es viermal im Jahr passierte, erstaunlich daran waren nur zwei Details:

1. die Aufsichtsratssitzung hatte noch gar nicht statt gefunden. Sollte das gemeine Fußvolk in diesem Quartal vor den Aufsichtsräten von den Vorgängen im Unternehmen informiert werden und wenn ja, warum? Bisher wurden die vorher geschriebenen Unterlagen so streng unter Verschluss gehalten, das BusyBody (der in seiner Funktion als Betriebsratsvorsitzender natürlich den Aufsichtsratssitzungen beiwohnen durfte) sogar den Teil vor DWM geheim halten wollte, den sie selbst geschrieben hatte 🙂

2. die Quartalsrunde sollte um 8:30 stattfinden, zur schönsten Kernarbeitszeit, in der die Arbeitsbienen eigentlich das Ergebnis erwirtschaften sollten, das dann in der nächsten Sitzung verkündet werden könne. Für DWM, die damals noch keine SingleParentMum war, sondern sich noch in der Metamorphose auf dem Weg dahin befand, war das definitiv noch keine Kernarbeitszeit, aber da sie ohnehin an Schlaflosigkeit litt, seit das Unaussprechliche passiert war, konnte sie auch mal eine halbe Stunde früher ins Büro fahren.

Abgesehen von dieser ungewöhnlichen Einladung war DWM noch etwas aufgefallen. Zuerst dachte sie, das Unaussprechliche habe ihre Wahrnehmung so sehr verwirrt, dass ihr ein plötzlicher Wechsel der Jahreszeiten gar nicht aufgefallen sei. Es war schon Winter, warum lief sie eigentlich noch im Top herum? Jedenfalls musste Winter sein, wenn man auf dem Flur den Wirtschaftsprüfern begegnet. Obwohl das in DWMs Gemütszustand nicht auszuschließen gewesen wäre, handelte es sich um keine Fata Morgana, denn an der Tür zum kleinen Besprechungszimmer, in das die trotz der Hitze in dunkle Dreiteiler gewandeten Herren immer wieder verschwanden, prangte ein Schild, dass dieser Raum derzeit von den Wirtschaftsprüfern genutzt werde. DWM warf noch mal einen Blick auf den Kalender und dann auf die Tür.

1. Es ist Sommer

2. Die Wirtschaftsprüfer sind im Haus

DWM versucht ihre Kontakte anzuzapfen, wird aber nur mit der Erklärung abgespeist, es handle sich um eine neue Konzernvorschrift. Da sie gerade mit dem Unaussprechlichen konfrontiert ist, verspürt sie wenig Energie, den wahren Hintergrund für die Anwesenheit der dunklen Herren herauszufinden. Offensichtlich war nicht einmal ChatterBox beunruhigt, die sonst doch immer das Gras wachsen hört.

An ihrem letzten Arbeitstag vor dem Urlaub des Grauens findet DWM sich also pünktlich im schon wohlgefüllten großen Besprechungszimmer ein und nimmt Platz in der zweiten Reihe.

BigBoss kämpft ein wenig mit seiner Präsentation auf dem IPad, muss einen ITler zu Rate ziehen, bevor er mit ein wenig Verspätung die Katze aus dem Sack lässt:

„Wir präsentieren heute eine Bombenlösung für unser Haus, die viele Probleme lösen wird. Zum 28.2.2013 werden wir mit unserer Muttergesellschaft verschmolzen.“

Es folgt eine langatmige Erklärung, warum das die ultimative Bombenlösung ist, zu der es quasi gar keine Alternative gibt, weil sie einfach so genial ist, dass sie nur BigBoss hatte einfallen können. Im Übrigen werde BigBoss mit dem heutigen Tag aus dem Vorstand des Unternehmens ausscheiden, in den Aufsichtsrat wechseln und in Zukunft Vorstandsvorsitzender der Muttergesellschaft  und ab 1.3.2013 der neu entstandenen gemeinsamen Gesellschaft sein. Welch ein Zufall.

Erstaunlich ist für DWM an dieser Verkündigung nur eine Kleinigkeit: Widerwillig hatte sie BigBoss in der Vergangenheit ein wenig dafür bewundert, wie er Dinge, von denen sie wusste, wie sehr sie ihn störten, mit einem Strahlen als die Bombenlösung präsentieren konnte, zum Beispiel als er SmallBoss als neuen Vorstandskollegen präsentierte, bei dem er anschließend zwei Jahre brauchte, bis er ihn endlich wieder losgeworden war. Diesmal aber strahlt das Strahlen etwas blasser als sonst.

„Für die Mitarbeiter wird sich nichts ändern, alles bleibt beim alten. Wir machen das nur wegen …..“ es folgt eine langatmige Erklärung über Kapitalverhältnisse, die DWM, obwohl doch einigermaßen mit der Materie vertraut, nicht ganz nachvollziehen kann und während der BigBoss sich mehrmals etwas verheddert.

Warum macht man eine Fusion, wenn sich nichts ändern soll? Unwillkürlich muss DWM an das Unaussprechliche denken, als DWD über seine potenzielle Abspaltung von der Familie den Kindern gegenüber erläuterte :“Für euch wird sich nichts ändern“. DWM schätzt den Wahrheitsgehalt der beiden Aussagen ähnlich hoch ein.

DWM ist wieder da: was geht, was bleibt, was kommt

Eines gleich mal vorweg für alle lieben Leser hier, die Anteil genommen haben am Schicksal von DWM: Es gibt sie wieder.  Vielleicht nicht in der selben Form, durch die Prägungen der letzten Monate hat sie sich definitiv verändert, aber, wie sie glaubt: Nicht zum Schlechteren – auch wenn andere das möglicherweise anders sehen, aber das würde hier zu weit führen.  Damit ist DWM auch schon bei einer Ankündigung, die sie hoffentlich auch durchziehen wird: Sie wird sich an dieser Stelle nicht mehr über ihre privaten Probleme auslassen, zumindest nicht über die gravierenden. Natürlich werden auch in ihrem neuen Leben als Alleinerzieherin die einen oder anderen Problemchen auftauchen (wahrscheinlich mehr als in ihrem früheren Leben), über die sie sich auslassen kann. Das wirklich Private soll aber privat bleiben und falls DWM mal Zeit und Muße findet, möchte sie die textlichen Ausrutscher aus dem Urlaub gern  in einen passwortgeschützten Bereich verbannen. Da sie ja nichts wegschmeißen kann, mag sie sich auch davon ungern trennen, immerhin haben diese Ergüsse und vor allem der darauf folgende aufmunternde Zuspruch ihrer Leser sie in einer denkwürdigen  Zeit vielleicht davor bewahrt, endgültig den Verstand zu verlieren. Aber das gehört alles zu einem anderen Leben. Trotzdem nochmals Danke an dieser Stelle allen Lesern, den kommentierenden und den stillen!

Wovon sie sich auch (noch) nicht trennen mag, ist ihr Pseudonym. Da das allzu Private ja verbannt werden soll, verbleiben als Themenlieferanten immer noch die Klassiker, für die DWM diesen Blog gegründet hat. Und an der Arbeitsfront geht’s grad hoch her: DWMs Arbeitgeber steht mitten in einem Fusionsprojekt. Wäre ja erstaunlich, wenn es da nichts zu mosern gäbe für DWM. Sollten sich die Dinge so entwickeln, wie es in Fusionsprojekten halt so üblich ist (und damit wär schon das Thema für den nächsten Post angerissen, der DWM schon in den Fingern juckt, der aber aus weiter unten erwähnten Gründen noch nicht hier steht), dann kann aus DesperateWorkingMum ja immer noch DesperateJoblessMum werden. Aber erstmal ist hier Optimismus angesagt, eine von DWMs brandneuen Eigenschaften J

Was sich leider im Vergleich zur ursprünglichen DWM ändern wird, ist die Textfrequenz. In ihrem neuen Leben als Alleinerzieherin mit Umständen, die auf ein Modell „beide machen beides“ zugeschnitten worden sind, und die sie den Kindern zuliebe (noch) nicht verändern mag, ist sie froh, wenn sie Gelegenheit hat, regelmäßig Luft zu holen. Aber das ist auch gut so. DWM liebt hohes Tempo und in diesem speziellen Fall hindert es sie außerdem daran, zu viel nachzudenken. Jetzt gilt es, das Leben zu meistern. An dieser Stelle auch Danke an Christine Finke von Mama arbeitet, die DWM das Alleinerzieherinnenleben als positive Angelegenheit geschildert hat, auch wenn selbige das zu dem Zeitpunkt noch nicht recht glauben konnte. Heute aber weiß sie: Es ist ganz wunderbar, so laut Musik hören zu dürfen, wie man will, einzukaufen, was, wo und wann man will,… (der Rest der Aufzählung würde möglicherweise schon die Zensur des Privaten tangieren). Das soll jetzt nicht heißen, dass sie diese Lebensform freiwillig für sich wählen würde, aber wenn sie schon mal da ist, genießt DWM jetzt die angenehmen Seiten. Äh- DWM schweift ab: es wird wohl ein Mittelding werden zwischen den fast täglichen Posts des Frühjahrs und dem wochenlangen Schweigen der letzten Monate, wird sich hoffentlich irgendwo einpendeln wie so vieles in DWMs neuem Leben.

Außerdem dürfen wir nach jahrelangem zähen Ringen an der Haustierfront endlich ein neues Familienmitglied in diesem Blog begrüßen: DesperateTomCat wird sicher auch mal für die ein oder andere Anekdote herhalten müssen.

DWM hofft an dieser Stelle, dass es nicht wieder einen Monat dauert, aber: Nix is fix!

DesperateWorkingMum alias SingleParentMum

Da DWM nach ihrem kryptischen Abschiedspost ein paar besorgte Mails erhalten hat, fühlt sie sich verpflichtet, hier ein wenig für Transparenz zu sorgen. Ausserdem hat sie heute beschlossen, dass das Leben irgendwann weitergehen muss. Wann auch immer. Wie auch immer.

Die gute Nachricht: Alle Desperates sind gesund. Zumindest physisch. Doch DWMs Seele ist leider arg mitgenommen nach den Ereignissen der letzten Wochen und auch die der Kinder sind nicht mehr unversehrt.

DWD wird hiermit ein letztes Mal als solcher bezeichnet, denn nach dem Urlaub wird er aus dem Familiendomizil der Desperates ausziehen. Entweder in eine eigene Wohnung oder zu seiner jüngeren Freundin. Ja, jetzt ist der werte Leser im Bilde. Vielen Dank für die gedrückten Daumen, aber leider wird das Unvermeidliche seinen Lauf nehmen. Noch bezeichnet DWD seinen Auszug als vorläufig, aber die Chancen auf eine Beziehungsfortführung selbst als gering.

DWM möchte hier keinesfalls alle Schuld auf ihren Noch-Ehemann laden, auch wenn die Vesuchung besteht, sich hier in einem günstigen Lichte präsentieren zu wollen. Aber leider weiss sie um ihre Verfehlungen der letzten Jahre und das vergrößert nur den Schmerz.

Wie soll DWM weiter vorgehen? Über die Trivialitäten des Alltags hier zu bloggen fällt ihr schwer, in den letzten Wochen sind selbige ziemlich unbemerkt an ihr vorübergezogen. Die Kinder mussten sich weitgehend selbst versorgen (gottlob war schon Notenschluss und an der Schulfront war DWM nicht mehr gefordert), in der Arbeit war sie immerhin noch physisch anwesend. Dabei gäbe es gerade von dieser Front große Neuigkeiten zu berichten, DWMs Unternehmen steht unmittelbar vor einer Fusion, ihr Job  wird eines der ersten Opfer sein, sie wird sich neu orientieren (müssen). Nicht nur Alleinerzieher, sondern arbeitsloser Alleinerzieher.

A propos: soll sie ihren Blog umbenennen in SingleParentMum?

Fragen über Fragen, auf die sich irgendwann Antworten finden werden, auch wenn DWM es sich derzeit noch nicht vorstellen kann. Wie soll sie ihr Leben organisieren, das seit Geburt des ersten Kindes ausgerichtet war auf das Modell „beide machen beides“? Wie mit dem Schmerz leben lernen? Wie mit den Selbstvorwürfen umgehen, dazu beigetragen zu haben, die Kinder mit solch einer Hypothek ins Lebe zu schicken?

Eines liegt ihr noch am Herzen: Liebe Working- und andere Mums da draußen, macht nicht den selben Fehler wie DWM, vernachlässigt niemals die Beziehungsfront!